WM-Einsatz längst noch nicht sicher
Deisler ist nach 152 Tagen Qualen zurück

Nach 152 Tagen qualvoller Pause ist Sebastian Deisler zurück auf dem Trainingsplatz. Am Mittwochnachmittag absolvierte der Fußball-Nationalspieler erstmals wieder eine Übungseinheit zusammen mit der Mannschaft von Hertha BSC.

dpa BERLIN. "Es wird auch langsam Zeit. Ich bin froh, wieder da zu sein. Das ist ein gutes Gefühl", sagte Deisler, nachdem er einen Tag zuvor bei einem Individual-Programm mit Physiotherapeut Jörg Drill schon den Duft des grünen Rasens geschnuppert hatte. Fünf Monate nach seiner beim Hamburger SV erlittenen Knieverletzung konnte der 22-Jährige, der sich mit einer neuen Pilzkopf-Frisur zeigt, nun wieder einen Sprinttest und Fußball-Tennis gemeinsam mit den Kollegen bestreiten.

Die Prognosen über den Zeitpunkt eines Comebacks aber bleiben vorsichtig. "Das bestimmt Sebastian selbst", bemerkte Hertha-Coach Falko Götz, der nach 13 Punkten aus den zurückliegenden fünf Partien die nötige Muße hat, um weiter auf Deisler zu warten. "Es geht nicht um die Mannschaft, es geht nur um Sebastian und seine Gesundheit. Das hat erste Priorität", so Götz. Zwar sei der Rekonvaleszent Deisler jetzt zwar wieder ganz nahe an der Mannschaft. "Er wird aber erst dann ins Team zurückkehren, wenn er 100 % belastbar ist", ergänzte der Trainer. "Für das erste Mal war es schon recht ordentlich. Es gibt keine Probleme", sagte Deisler am Mittwoch.

Der Nationalspieler kämpft in den kommenden Tagen aber nicht nur weiter um Muskelaufbau und körperliche Fitness, sondern auch um innere Sicherheit. Die langen Monate in der Rehabilitation und die Rückschläge im Genesungsprozess haben dem Jungprofi zugesetzt und ließen ihn sogar schon an seiner WM-Teilnahme zweifeln. "Nicht um jeden Preis", wolle er im Sommer nach Japan und Südkorea. "Wenn es meinem Knie nicht gut geht, werde ich keine WM spielen", sagte er. "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen", lautet seit längerer Zeit sein Standardsatz.

Der Druck auf den Hoffnungsträger aber wird in Zukunft kaum kleiner. Pünktlich zum Einstieg ins Mannschaftstraining informierte die Boulevardzeitung "BZ" auf der Titelseite groß über die angebliche neue Liebe des Spielmachers mit einer 22-Jährigen. In der Hauptstadt schließen die Fans längst Wetten darüber ab, ob Deisler überhaupt noch einmal für Hertha auflaufen wird. Nach dieser Saison wechselt er für 6,9 Mill. Euro zum FC Bayern München.

Die "Krankenakte" des gebürtigen Lörrachers umfasst seit Beginn seiner Profikarriere unter anderen Meniskuseinriss, Innenbanddehnung, Operation an der Kniescheibe, Kapselriss, Leistenprobleme und mehrere Muskelfaserrisse. Bei Hertha bestritt er gerade einmal 53 von 94 möglichen Bundesliga-Spielen, schoss neun Tore.

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