WM-Kappe im August
Trotz WM-Titel kein Fanartikel-Boom

Selbst Willi Weber schätzt die Chancen, das Merchandising nun ankurbeln zu können, als eher gering ein.

HB HOCKENHEIM. Michael Schumachers fünfter Titel-Triumph löst wohl keinen Kaufrausch bei den Fans aus. "Ich erwarte keinen Boom", sagte der Manager des Formel- 1-Stars: "Es läuft immer alles konstant gut. Michael war schon immer gut zu verkaufen." Weber hält nichts davon, jetzt "wie wild" Fan- Artikel auf den Markt zu werfen. 100 000 neue T-Shirts und 100 000 neue Kappen - das ist schon alles. Bis auf das druckfrische WM-Hemd muss sich der eingefleischte "Schumi"-Fan auf dem Hockenheimring mit dem üblichen Devotionalien- Angebot begnügen. Für 19,90 Euro gibt es das neue Leibchen mit Schumachers Foto und Unterschrift, der Nummer 1 in Gold, fünf symbolischen Sternen sowie der Aufschrift: "5 Times F1 World Champion." Das neue "Rotkäppchen" ist beim Großen Preis von Deutschland an diesem Wochenende noch nicht zu haben. "Die Leute sollen halt die jetzige Mütze kaufen", meinte der Manager.

Die WM-Kappe gibt es erst vom 5. August an in rund 2000 Filialen eines Bäckereikonzerns (Kamps). "Das ist die schönste Mütze, die wir je gemacht haben", preist der gewiefte Weber das 19,90 Euro teure Käppi marktgerecht an, bei dessen Kauf sogar ein sozialer Nebeneffekt entsteht. Ein Euro fließt in das Projekt "Brot in Not" für Afrika. Weitere Produkte sind nicht geplant. Im Gegenteil: Weber hat das einst 330 Artikel umfassende Sortiment schon auf 250 zusammen gestrichen. In der kommenden Saison will er das Angebot auf "unter 100" zurückfahren. "Wenn Produkte ein gewisses Limit nicht erfüllen, haben wir kein Interesse daran, sie weiter anzubieten", so Weber: "Bei Michael haben wir zu viel gemacht. Wir sind zu sehr in die Breite gegangen."

Künftig gilt: Lieber mehr Klasse statt Masse. "Wir werden dem Qualitätsbereich mehr Beachtung schenken. Alle Lizenz-Verträge enden 2002. Dann ziehen wir Bilanz und treffen eine Entscheidung, was wir anbieten", kündigte der 60-jährige Geschäftsmann einen radikalen Schnitt an. Fanartikel-Exoten wie "Renn-Salami", "Renn-Spätzle" oder die Michael-Schumacher-Büste als Leuchte stehen längst nicht mehr im Katalog. Die Einnahmen aus dem Merchandising spielen laut Weber "eh nicht die entscheidende Rolle". Je nach Artikel fallen zwischen 3 und 15 Prozent für Schumacher ab, was um die vier Millionen Dollar pro Jahr einbringen dürfte. "Das Gehalt und die persönlichen Sponsoren sind viel wichtiger", sagte Weber. Angeblich 35 Millionen Dollar pro Saison kassiert Schumacher von Ferrari. Der Manager hat auf einen WM- Zuschlag bewusst verzichtet. "Warum auch?", fragte er. "Wir sind sehr zufrieden. Alles ist bis 2004 geregelt." Spielraum gibt es noch bei den "personal Sponsors": Um die 10 Millionen Dollar dürften die derzeit 11 persönlichen Schumacher-Geldgeber dem Großverdiener einbringen. In Hockenheim sollen 2 weitere dazukommen.

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