WM-Medaillen aberkannt
Neue Dopingfälle erschüttern Ringkampfsport

Nur zwei Jahre nach dem aberkannten Olympia-Gold von Alexander Leipold wird der Ringer-Weltverband Fila erneut von Dopingfällen erschüttert. Dem türkischen Freistilringer Harun Dogan wurde der Weltmeistertitel in der Kategorie bis 60 kg wegen eines positiven Doping-Befundes aberkannt. Auch sein Landsmann Ahmed Gülhan (74 kg) wurde wegen der Einnahme unerlaubter Mittel nachträglich als WM-Dritter disqualifiziert. Dies bestätigte der Weltverband Fila am Dienstag in Lausanne.

HB/dpa LAUSANNE/LEIPZIG. Dogan hatte bei der WM Anfang September in Teheran das Finale gegen den Armenier Aram Margaryan mit 3:2 gewonnen. Gülhan setzte sich im Kampf um Platz drei gegen den Ukrainer Wodomir Sirotin mit 5:1 nach Verlängerung durch. In den korrigierten Ergebnislisten rücken die deutschen Starter Daniel Wilde (Haslach) auf Platz sieben und Alexander Leipold (Schifferstadt) auf Rang zehn vor. In der Mannschaftswertung verbesserte sich das Team des Deutschen Ringer- Bundes (DRB) vom 8. auf den 7. Platz. "Wir bedauern den Vorfall zutiefst, auch wenn wir Deutschen in den Platzierungen einen Vorteil daraus haben", sagte DRB-Vizepräsident Dieter Beuter.

Nach den Negativ-Erfahrungen im Fall Leipold, dem der Olympiasieg in Sydney wegen eines positiven Nandrolon-Befundes aberkannt worden war, drängten einige Nationen auf schärfere Kontrollen im Vorfeld von Titelkämpfen, gerade in Ost- und Südeuropa. "Die Welt-Anti-Doping- Agentur WADA hat ein aktiveres Vorgehen angekündigt", betonte Beuter. Doch Doping-Kontrolleure oder Verbände seien irgendwann machtlos, wenn einzelne Sportler ihre eigenen Wege gehen. "Ich bin etwas verwundert, denn Dogan und Gülhan sind erfahrene Athleten und wissen genau, das bei Titelkämpfen kontrolliert wird", erklärte der Sportfunktionär, der ebenfalls auf genauere Informationen hinsichtlich des Dopingmittels wartet.

Der erneute Tiefschlag ist zugleich Wasser auf die Mühlen der Kritiker der traditionsreichen olympischen Kampfsportart. "Ich glaube aber nicht, dass diese Dopingfälle Einfluss auf eine mögliche Reduzierung haben werden", versicherte Beuter. Derzeit laufen intensive Diskussionen im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über Kürzungen im olympischen Programm. Eine Stilart steht zur Disposition. Im Zyklus vor den Sommerspielen 1996 in Atlanta erfolgte je Kampfart eine Reduzierung von zehn auf acht Kategorien. Nach Sydney wurde auf sieben Gewichtsklassen gekürzt. Im Gegenzug erhielten vier Frauen-Klassen die olympische Zulassung.

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