WM-OK-Chef beckenbauer befürchtet Ticketchaos
Deutsche Fans im Abseits

Noch 588 Tage, dann startet die Fußball-WM in Deutschland. Doch deutschen Fans droht schon lange vor dem WM-Anpfiff massiver Frust. Denn die Freude auf das Fußball-Spektakel 2006 im eigenen Land wird durch die Fifa getrübt: Das Kartenkontingent für die heimischen Anhänger ist viel zu klein, um den Fußball-Hunger zu stillen.

FRANKFURT. "Nur noch ungefähr 20 bis 25 Prozent" der Eintrittskarten würden für deutsche Fans bei den Spielen der DFB-Auswahl zur Verfügung stehen, sagte Franz Beckenbauer gestern in Eschborn. "Wir haben zu wenige Tickets. Das wissen wir jetzt schon, und auf diese Kritik müssen wir uns einrichten."

Die genaue Anzahl deutscher Besucher bei Spielen der Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist allerdings reine Spekulation. Wie alle anderen Verbände erhält der Deutsche Fußball-Bund für WM-Spiele mit Beteiligung seiner Mannschaft nur acht Prozent der Karten garantiert, ebenso der jeweilige Gegner. Weitere insgesamt vier Prozent der Tickets stehen jeweils den anderen 30 WM-Teilnehmern zu. Darüber hinaus gehen noch nicht genau bezifferte Kontingente an VIPs und Sponsoren. Der gesamte Rest wird ab Februar 2005 weltweit über das Internet verkauft.

"Es gibt keinen nationalen Markt", erklärte Gerd Graus, Sprecher des Organisationskomitees, "es gibt nur einen internationalen Markt." So sehen es die EU-Richtlinien vor. Deutschland als Gastgeber hat kein Anrecht auf zusätzliche Karten, auch die deutschen Fans müssen sich deshalb am weltweiten Verteilungskampf über das Internet beteiligen.

Doch drei Monate vor dem Verkaufsstart der Tickets (www.fifaworldcup.com)herrscht Chaos. Das Organisationskomitee hat die Einzelheiten für den Verkauf und Verteilung der Karten noch nicht geklärt. Die Fans sind stinksauer.

Wie viele Tickets wird es insgesamt geben?

3,2 Millionen Eintrittskarten stehen für das vierwöchige Großevent, das mit dem Finale am 9. Juli 2006 in Berlin endet, zur Verfügung. Klingt gewaltig, ist es aber nicht. Denn nur ein Bruchteil davon wird an einheimische Fans gehen. Deutschlands Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer, der als Präsident des WM-Organisationskomitee fungiert, schätzt, dass nur 20 bis 25 Prozent der Karten in der deutschen Fußballfamilie bleiben. Das sind gerade mal 800 000 Stück. Schon jetzt ist klar: "Es wird eine Reihe von Enttäuschungen geben", kündigte Beckenbauer an. "Wir wissen schon heute, dass wir zu wenig Karten haben und diese in kürzester Zeit weg sind."

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