WM-Spielorte
Spielorte für die WM 2006 weitgehend bekannt

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe stehen die meisten Spielorte der Weltmeisterschaft 2006 bereits fest. Der Trost für eine vergebliche Bewerbung ist spärlich.

sid,cra MÜNCHEN/FRANKFURT Nein, entschieden ist noch gar nichts, meldet das Organisations-Komitee der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 beharrlich. Erst am Montagvormittag, unmittelbar vor der offiziellen Bekanntgabe, wird endgültig und von höchster Stelle festgelegt, welche der 15 kandidierenden Spielorte den Zuschlag erhalten. Dann legt das OK seine Pläne vor, und Sepp Blatter, Präsident des Weltverbandes Fifa, sowie Uefa-Chef Lennart Johannsson als Vorsitzender der Fifa-WM-Kommission haben das letzte Wort in diesem Entscheidungsprozess.

Zuvor befasst sich am Sonntag auch das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) noch einmal mit der Liste der Spielorte - doch Änderungen sind angesichts der akkuraten Vorarbeit des OK weder zu erwarten noch erforderlich. "Unsere endgültigen Vorschläge werden nicht von Emotionen beeinflusst. Wichtig sind vor allem regionale Aspekte, da wir die WM in die ganze Republik bringen wollen, und natürlich auch wirtschaftliche Gesichtspunkte", erklärte Wolfgang Niersbach, Vizepräsident des OK.

Mindestens acht Kandidaten können sich bereits sicher fühlen. An Berlin, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg, München und Stuttgart führt kein Weg vorbei. Dort werden 2006 die größten und modernsten Stadien stehen. Hinzu kommt das längst gesetzte Leipzig, wo derzeit für 90,6 Millionen Euro das Zentralstadion neu gebaut wird. Sicher dabei sein wird auch Frankfurt, wo für 126 Millionen Euro ein neues Waldstadion gebaut wird. OK-Präsident Franz Beckenbauer hat bereits betont, eine WM ohne den DFB-Sitz Frankfurt sei unvorstellbar. Damit bleiben nach dem Rückzug von Leverkusen am Mittwoch noch sieben Kandidaten für vier Plätze im geplanten Zwölfer-"Kader".

Weil das OK eben regionale Aspekte berücksichtigen will, macht ein Blick auf die Landkarte deutlich: Die Nominierung von Kaiserslautern (mit geplanten 48.500 Sitzplätzen) und Nürnberg (45. 500) ist fast schon Pflicht, ebenso die Wahl von Hannover, wo 61 Millionen Euro in den Total-Umbau des Niedersachsenstadions gesteckt werden. In der Stadt wohnt außerdem der bei der WM-Bewerbung so hilfreiche Kanzler.

Bliebe noch ein freier Platz, auf den Bremen allem Anschein nach keine Chancen hat. Die Entscheidung fällt damit wohl zwischen Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach. Eine heikle Wahl. Alle Städte bauen neue Stadien mit über 40.000 Sitzplätzen, die von der Fifa als Mindestanzahl für die Vorrundenspiele gefordert werden. Die Zeitung Express - in diesem Fall die Ausgabe Köln - will bereits erfahren haben ("Geheimplan des DFB"), wer der glückliche Gewinner ist: "Ja! Köln wird WM-Stadt".

Nicht minder groß ist das Gezerre um den Standort für das internationale Medienzentrum, für das Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München kandidieren. Auch hier scheint allerdings eine Entscheidung schon gefallen. Als "seriöse Spekulation" bezeichnete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude die Annahme, seine Stadt werde die Fernseh-Schaffenden beherbergen. In Düsseldorf, womöglich ein Verlierer bei der Städte-Wahl, und in Berlin sollen dagegen zwei Hauptzentren für die Print-Journalisten eingerichtet werden.

Leer wird allerdings kein Kandidat ausgehen. Die "Verlierer" der Ziehung "12 aus 15" sollen bei der Vergabe von Länderspielen in Zukunft bevorzugt werden und außerdem während der WM Gastgeber für namhafte WM-Teilnehmer sein. "Wir werden uns etwas einfallen lassen, um unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Es gilt deren Anstrengungen und Leistungen zu würdigen", verspricht Horst R. Schmidt, für die Stadien zuständiger OK-Vizepräsident und DFB-Generalsekretär, den "Aussortierten".

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