WM-Spitzenreiter warnt vor Siegesgewissheit
Schumacher übt sich in Bescheidenheit

Vor dem entscheidenden Formel-1-Rennen am Sonntag in Japan warnt WM-Spitzenreiter Michael Schumacher vor allzu großer Siegesgewissheit. "Im Sport darf man sich nie zu sicher sein", sagte der Kerpener vor dem Grand Prix in Suzuka der Deutschen Presse-Agentur.

HB HAMBURG. Der Ferrari-Star benötigt im letzten Saison-Rennen nur noch einen Zähler, um Verfolger Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes auf Distanz zu halten und als erster Pilot zum sechsten Mal den WM-Titel zu holen. Das Interview mit dem Formel-1-Star im Wortlaut:

Ein Punkt fehlt Ihnen noch zum erneuten Titelgewinn. Haben Sie den Champagner schon kaltgestellt?

"Natürlich nicht, zunächst muss ich diesen Punkt auch holen. Im Sport darf man sich nie zu sicher sein. Das wäre das Falscheste was wir machen könnten - wir machen es aber nicht."

Wie haben Sie sich auf das letzte Saison-Rennen vorbereitet?

"Wir haben nochmals in Mugello getestet, so dass wir uns bestmöglich vorbereitet fühlen. Mein Tag lief sehr gut. Jetzt wollen wir es auch wissen. Schließlich geht es auch noch um den Konstrukteurs-Titel, den fünften in Folge für Ferrari. Das wäre toll, und das Team hätte ihn wirklich verdient."

Verraten Sie das Geheimnis ihres Erfolges?

"Viel Talent, sehr viel Disziplin und noch mehr Spaß an der Sache. Aber ob das so geheimnisvoll ist?"

Was motiviert Sie trotz Ihrer Triumphe noch immer zu Höchstleistungen?

"Diese Frage bekomme ich häufig gestellt, und um ehrlich zu sein, kann ich sie nicht ganz nachvollziehen. Wenn Sie an einer Sache extrem viel Spaß haben, dabei mit Freunden zusammen daran arbeiten können und sogar noch gemeinsam Erfolg dabei haben, welche bessere Motivation könnte es da geben?"

Der Finne Kimi Räikkönen und der Spanier Fernando Alonso haben in diesem Jahr für Furore gesorgt. Wer wird einmal Ihr Nachfolger werden?

"Ich kann nur sagen, dass beide sehr gut sind. Wer im Endeffekt der Bessere sein wird, wird die Zeit zeigen."

Zuletzt waren Sie fünf Rennen in Serie ohne Sieg, ehe Sie in Monza und Indianapolis alle Kritiker eines Besseren belehrt haben. Mal ehrlich - wie stark waren Ihre Selbstzweifel?

"Die hat man immer mal, ist doch ganz normal. Andererseits aber wussten wir von Anfang an, dass diese Saison hart und alles andere als eine Wiederholung des Vorjahres sein würde. Und eine Saison ist lang, da sind Stärke- und Schwächephasen ganz normal."

Wie haben Sie die Wende geschafft?

"Ich habe immer an unser Team geglaubt. Ich weiß doch, wie stark die Jungs sind. Mir war klar, dass alle ihr Bestes geben werden, daher bin ich eigentlich immer recht ruhig geblieben. Geschafft haben wir es dann wohl durch harte Arbeit und den Glauben an unsere Gemeinschaft."

Nun können Sie als erster Pilot in der Formel-1-Geschichte zum sechsten Mal Weltmeister werden. Sie steigen damit endgültig zu einem der größten Sportler der Welt auf. Was bedeutet das für Sie?

"Wie gesagt: noch ist der Punkt nicht geholt. Es ist also schwer für mich, darüber zu reden. Aber natürlich wäre ich stolz auf diesen Titel. Wenn mir das auch wahrscheinlich erst später bewusst werden würde.

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