WM-Start ungewiss
Ullrich zum vierten Mal zweiter in Zürich

Jan Ullrich wartet weiter auf den ersten Weltcup- Sieg seiner Karriere. Der 29-jährige Olympiasieger musste sich am Sonntag in seinem Lieblings-Weltcup-Rennen erneut geschlagen gegeben. Ullrich belegte bei der Meisterschaft von Zürich zum vierten Mal seit 1997 den zweiten Rang. Diesmal fand der fünffache Zweite der Tour de France seinen Bezwinger nach 237 km in Daniele Nardello.

HB/dpa ZÜRICH. Der Italiener, der im Vorjahr zu Telekom gewechselt war und seinem Team den zweiten diesjährigen Weltcup-Sieg bescherte, hatte sich neun km vor dem Ziel abgesetzt. Er rettete neun Sekunden Vorsprung vor Ullrich ins Ziel. Im April hatte der Tour-Dritte Alexander Winokurow (Kasachstan) das Amstel Gold Race für das Bonner Team, in dem Ullrich früher fuhr, gewonnen. "Vielleicht hätte ich gewonnen, wenn das Rennen 400 Meter länger gewesen wäre", meinte Ullrich nach dem Rennen. "Ich hatte Angst, dass es Jan noch schaffen könnte. 200 Meter vor dem Ziel war ich aber sicher, dass es reicht", freute sich der überglückliche Nardello.

Der gebürtige Rostocker war in seiner Wahlheimat mit großen Ambitionen gestartet. Zwei Mal attackierte er. Den letzten Angriff, mit dem keiner mehr mit rechnete, startete er 2500 m vor dem Ziel in der Verfolgung von Nardello. Aber Ullrich konnte nicht mehr zu dem Italiener auffahren. 27 km davor hatte er an der vorletzten Steigung zum ersten Mal versucht, sich von der Spitze des Feldes abzusetzen. "Aber ich hatte heute nicht die Beine meiner ganz großen Tage", sagte der Bianchi-Kapitän.

In den nächsten 14 Tagen wird sich Ullrich entscheiden, ob er bei der WM im Oktober in Hamilton/Kanada noch an den Start geht. "Auf jeden Fall startet er nicht bei der Spanien-Rundfahrt im September. Wir müssen sehen, wie sich seine Form jetzt entwickelt. Er macht jetzt erst Mal ein bisschen Pause, denn die Saison hat schon Spuren hinterlassen", sagte sein Teamchef und Intimus Rudy Pevenage (Belien). Eigentlich steht dem Olympiasieger - seit zwei Monaten frisch gebackener Vater einer Tochter - der Sinn nach Urlaub.

Eine starke Leistung bot am Sonntag am Zürichsee erneut der in den diesjährigen Weltcup-Rennen schon drei Mal erfolgreiche Paolo Bettini. Der Spitzenreiter im Wettbewerb, der auch in den letzten beiden Rennen kaum noch eingeholt werden dürfte, fuhr hinter Nardello und Ullrich auf Rang drei. Bettini gewann den Spurt einer Verfolgergruppe.

33 km vor dem Ziel hatte Ullrich seinen ersten Angriff gewagt. Er folgte dem Amerikaner George Hincapie, der auf dem Weg zu vier Spitzenreitern war. Aber die Gruppe ließ sich schon bald wieder von der etwa 40-köpfigen Spitze des Feldes einholen. Davor war lange der Gerolsteiner-Profi Fabian Wegmann (Münster) war davor lange in einer vierköpfigen Spitzengruppe gefahren, die sich nach 45 km gebildet hatte. Nach fast 140 km langer Alleinfahrt hatten sich die Ausreißer aufgerieben.

Das vorletzte Weltcup-Rennen (Paris-Tours), bei dem sich auch Erik Zabel (Unna) wieder Chancen ausrechnen kann, findet am 5. Oktober statt. Die Lombardei-Rundfahrt bildet nach der WM am 18. Oktober das Finale des zehn Rennen umfassendenden Saison-Wettbewerbs.

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