WM-TÜV bestanden: DEB-Auswahl verpasst Turniersieg

WM-TÜV bestanden
DEB-Auswahl verpasst Turniersieg

Aus dem Turnersieg wurde nichts, aber die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat den WM-TÜV bestanden. Am Schlusstag des Skoda-Cups am Sonntag in Basel kassierten die Schützlinge von Bundestrainer Hans Zach mit dem unglücklichen 1:2 (1:1, 0:1, 0:0) gegen Cupsieger Slowakei die einzige Niederlage, aber Zach zog nach dem Härtetest für die Weltmeisterschaft (26. April bis 11. Mai) in Finnland ein positives Fazit.

HB/dpa BASEL. "Unsere gute Arbeit ist bestätigt worden. Die Moral in der Mannschaft stimmt. Sie hat sich gut verkauft", sagte der 53-jährige Diplomtrainer. Den mit 30 000 Franken dotierten Cupsieg sicherte sich die Slowakei mit vier Punkten vor Deutschland und dem Team Kanada (je 3), das die Schweiz mit 5:3 (0:2, 4:i, 1:0) schlug.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bot nach dem 3:0- Prestigeerfolg am Samstag gegen Erzrivale Schweiz eine kämpferische starke Leistung, hatte aber kein Glück im Abschluss. Die zweite Garnitur von Weltmeister Slowakei erwies sich als der von Zach erwartete "harte Prüfstein". Nach dem 0:1 durch Tomas Starosta (6. Minute) gelang Martin Reichel (17.) der Ausgleich, aber die Slowaken gingen durch Stanislav Gron (36.) erneut in Führung.

Trotz bravourösen Einsatzes im Schlussdrittel reichte es nicht mehr zum Ausgleich, der dem DEB-Team zum Turniersieg gereicht hätte. "Mit fünf Spielen in acht Tagen hatten wir in den beiden ersten Dritteln müde Beine. Dass wir dann noch alles getan haben, ist sehr positiv", sagte Zach. Einziger Wermutstropfen: Verteidiger Mirko Lüdemann musste mit Adduktorenproblemen vorzeitig vom Eis und steht Zach bei den Kölner Haien in dieser Woche nicht zur Verfügung.

Zach wertete das Turniers trotz der Niederlage als Erfolg. Dank der jungen Spieler, die er seit seinem Amtsantritt 1998 kontinuierlich integrierte, hat das DEB-Team große Fortschritte gemacht. In den verbleibenden sechs Tests vor der WM setzt Zach seine Politik der "offenen Tür" fort und sucht bis zur Nominierung des 23- köpfigen WM-Kaders weiter nach personellen Alternativen: "Jeder hat noch eine Chance."

In Basel habe man "die Früchte unserer Arbeit geerntet. Es zahlt sich aus, das die Jungen in der Liga gefordert werden", meinte der Tölzer und registrierte mit Genugtuung, dass man die vor nicht allzu langer Zeit als Vorbild hingestellten Schweizer hinter sich gelassen hat. "Die Schweizer Spieler sind verhätschelt und vertätschelt worden", so Zach. Sein Schweizer Kollege Ralph Krueger räumte ein: "Wir können derzeit von den Deutschen nur lernen."

Bei aller Freude warnte vor voreiliger Euphorie. Besonders die Abwehr bereitet dem Bundestrainer Kopfzerbrechen. Mit Lüdemann, Christian Ehrhoff, Daniel Kunce und Jan Benda habe man nur noch vier spielstarke Verteidiger, "die auch in der Offensive Akzente setzen können." Die nach Übersee ausgewanderten Dennis Seidenberg vom NHL- Club Philadelphia Flyers und Christoph Schubert (Binghampton Senators/AHL) sind bei der WM eventuell dabei.

Auf der Torhüterposition haben Stammkeeper Marc Seliger, der in Basel wegen Krankheit fehlte, und Robert Müller sowie die jungen Oliver Jonas, Alexander Jung und Dimitri Pätzold die Probleme gelöst. Im Angriff hat Zach mittlerweile die Qual der Wahl. Mit Kapitän Stefan Ustorf, Len Soccio, Andreas Loth, Andreas Morczinietz und dem verletzten Tino Boos hat der Bundestrainer noch fünf Sturm-Asse im Ärmel. Aus der nordamerikanischen Profiliga NHL ist bei der WM mit Marco Sturm, der mit den San Jose Sharks auf einem Nicht-Playoff- Platz steht, und Jochen Hecht (Buffalo Sabres) zu rechnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%