WM-Übertragung gesichert
Premiere will Clubs weniger Geld zahlen

Die Spiele der Fußball-Bundesliga sollen auch in der kommenden Saison vom Fernsehsender Premiere übertragen werden. Bei den Verhandlungen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit der insolventen KirchMedia deutete sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit unter anderen Vorzeichen an.

dpa HANNOVERF/MÜNCHEN. Der Pay TV-Sender Premiere möchte in Zukunft seine Verträge direkt mit dem Dachverband der 36 Profi-Clubs abschließen. Nach Informationen der dpa hat nicht zuletzt deshalb Premiere-Chef Georg Kofler am vergangenen Dienstag in München an den Gesprächen von DFL-Präsident Werner Hackmann und Geschäftsführer Wilfried Straub mit dem Insolvenzverwalter und der neuen Geschäftsführung der Kirch Media teilgenommen.

Premiere setzte nach dem Insolvenzantrag der Dachgesellschaft Kirch Pay-TV am vergangenen Mittwoch den Sendebetrieb fort. Welche Form und welche Partner der defizitäre Abosender in Zukunft haben wird, soll sich in den nächsten vier Wochen entscheiden. Kofler kündigte Sparmaßnahmen auf allen Ebenen ein. Bis zum Jahresende will er 1000 der 2400 Arbeitsplätze streichen. Auch die Bundesliga dürfte vom Sparkurs betroffen sein. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" bietet Kofler der DFL für die nächste Spielzeit nur noch einen Grundbetrag von 60 Millionen Euro statt bisher 200 Millionen Euro an.

Trotz der Kirch PayTV-Pleite wird Premiere die kommende Fußball- Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea für seine 2,4 Millionen Abonnenten wie geplant übertragen. Der Bezahlsender zeigt das komplette WM-Turnier vom 31. Mai bis 30. Juni mit allen 64 Spielen live auf fünf Kanälen. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF dürfen erstmals nur maximal 25 WM-Partien original übertragen, darunter aber alle Spiele der deutschen Mannschaft.

"Die WM wird ein Glanzprodukt moderner Sportberichterstattung sein", sagte Kofler. Als eigenständige Tochter ist Premiere von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen. Der Sender hat die Lizenz für die WM-Rechte nicht über die Kirch PayTV, sondern auf direktem Weg von der Kirch Sport AG in Zug/Schweiz erworben. Nach Angaben aus Premiere - Kreisen sind die WM-Rechte bereits bezahlt. Die Bundesliga-Rechte hatte Premiere bisher von der insolventen Kirch Media gekauft.

Derweil kündigte DFL-Geschäftsführer Michael Pfad für die nächsten Tage weitere Verhandlungen mit der Kirch Media über die letzte TV-Rate für die Bundesliga-Saison 2001/2002 an. Das Unternehmen hatte nur 24 Mill. Euro inklusive Mehrwertsteuer statt der vereinbarten 103 Mill. Euro gezahlt. Damit kann und will sich die DFL nicht zufrieden geben. "Das ist kein Spaß. Wir haben unsere Leistungen erbracht, das verlangen wir jetzt auch von unserem Partner. Im schlimmsten Fall müssen einige unserer Vereine in zwei oder drei Wochen Insolvenz anmelden", sagte Pfad.

Die bisherigen Gespräche haben nach seinen Angaben eine Annäherung der Standpunkte gebracht, die Differenz sei aber noch sehr groß. Die DFL steht unter Zeitdruck. Am 18. Mai ist anlässlich des Länderspiels gegen Österreich in Leverkusen eine Liga-Tagung angesetzt, bei der die Vereinsvertreter Klarheit in der TV-Frage erwarten. Im Raum steht auch die Kündigung des bis 2004 laufenden Bundesliga-Vertrags mit Kirch Media.

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