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Wo geht’s lang?

An der Wall Street geht ein uneinheitlicher Handelstag zuende. Der Nasdaq Index gab sich während des gesamten Tages unentschlossen, folgte aber dann doch dem Dow Jones Index in den grünen Bereich. Besonders Schwergewicht Microsoft stärkte dem Dow Jones den Rücken. Der Nasdaq Index litt vor allem unter den Gewinnwarnungen im Technologiesektor und das nicht zuletzt wegen der trüben Analystenkommentare zum PC- und Onlinewerbemarkt.

Positiv behaupteten sich vor allem die Titel aus dem Flug-, Einzelhandels- und Automobilssektor. Besonders zulegen konnten die Aktien von General Motors und DaimlerChrysler, die bei den Analysten gute Kommentare ernteten. Die Experten von Lehman Brothers erhöhten die Erwartungen für General Motors und auch das Investmenthaus J.P. Morgan empfahlen die Aktie von DaimlerCrysler aufgrund der positiven Verkaufszahlentwicklung von Pkws in den USA zum Kauf. Die Analysten von Lehman Brothers schlossen sich zuversichtlich an.

Die Nachrichten aus dem Technologiebereich fielen gemischt aus. Belastend wirkten sich insbesondere die durch die Bank negativen Analystenkommentare zur PC-Industrie aus. Das Brokerhaus UBS Warburg reduzierte für Hewlett-Packard die Gewinnerwartungen für das dritte und vierte Quartal. Zusätzlich gab es negative Worte zu PC-Hersteller Compaq und Rivale Dell. Während UBS Warburg für Dell die Gewinnprognosen nur für das zweite Quartal niedriger ansetzte, revidierte das Analystenhaus die Erwartungen für Rivalen Compaq gleich für das laufende und kommende Fiskaljahr. Zwar verwöhnt Brokerhaus Merrill Lynch seinen Liebling Dell mit positiven Worten. Doch für den restlichen Markt hatte das Investmenthaus keine guten Worte übrig. Die PC-Industrie werde wegen der schleppenden Nachfrage weiterhin nicht in die Gänge kommen, so Merrill Lynch. Das Brokerhaus senkt nun schon zum zweiten Mal die Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Einziger Lichtblick: Die Wachstumsraten könnten im kommenden Jahr überraschend robust ausfallen, so Merrill Lynch. Weil sie schon dabei waren, setzten die Analysten auch gleich bei Softwareriesen Microsoft die Gewinnerwartungen für das Juni-Quartal und das kommende Jahr herunter. So schlecht kann doch alles nicht sein, dachten sich die Anleger und ließen sich nicht von den Analysten beirren. Sie schoben die Aktien von Dell, Compaq und Hewlett-Packard in den positiven Bereich.

Bei den Internetwerten sah die Lage zu Handelsschluss eher rot aus. Schuld waren die schlechten Aussichten auf die weiterhin schwachen Internetwerbeeinnahmen. Nach Meinung der Spezialisten von Merrill Lynch dürften die Einnahmen gegenüber dem Vorquartal von 15 bis 20 Prozent zurückgehen. DoubleClick bekommt dies schon lange zu spüren. Das Unternehmen hatte zwar am Dienstag nach Handelsschluss Quartalszahlen gemeldet, die im Rahmen der Erwartungen waren. Doch bereitete die Online-Werbeagentur die Anleger bereits auf ein schwächeres drittes Quartal vor. Gespannt, aber mit einer anscheinend schlechten Vorahnung warteten die Anleger daher auf die nachbörsliche Ergebnismeldung von Yahoo. Das Internetportal konnte die Erwartungen der Analysten um einen Cent Gewinn pro Aktie schlagen. Die Experten hatten dagegen mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.

DoubleClick gehörte am Mittwoch zu den Tagesverlierern an der Nasdaq und auch das Internetportal Yahoo und GoTO geriet unter Abgabedruck.

Eines der traurigsten Bilder am Mittwoch gab der Photokonzern Polaroid ab. Zeitweilig sackte das Polaroid-Papier im Handelsverlauf über 40 Prozent ab und schloss bei 30 Prozent im Minus, so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Grund: Polaroid erwägt den Gang zum Konkursrichter. Laut einem Bericht des Wall Street Journal steckt der Pionier für Sofortfotografie tief in finanziellen Problemen. Ein Unternehmenssprecher von Polaroid nannte die Meldung eine "Spekulation" und wollte diese nicht kommentieren. Er bestätigte jedoch, dass Polaroid mit Banken Gespräche führe.

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