Wo Ron Sommer über Sprints und Sprint diskutiert
Mit Geschäftsfreunden zur Tour de France

dpa VITRE. Alain Delon ist fast schon Stammgast, Gerard Depardieu schaut gelegentlich mal vorbei, und Frankreichs Starkoch Marc Veyrat legt auch gerne den Kochlöffel aus der Hand, wenn der Ruf der Tour erschallt. Sobald die Rad-Profis der Tour de France in den Sattel steigen, gesellen sich zu den zahlreichen anonymen Fans auch Promis und solche, die sich dafür halten. VIP's werden sie kurz genannt - und ihre Betreuung lässt sich allein die Deutsche Telekom mehrere hunderttausend Mark kosten. Rund 500 Privilegierte sind es diesmal. "Wir haben auch einige sehr bekannte Namen darunter", sagt Telekom-Sprecher Jürgen Kindervater. Genuss pur, lautet dabei die Formel: Tagsüber Radhelden zum Anfassen, abends edlen Rahmen und lukullische Tafelfreuden. Und das Geschäft kommt dabei nicht zu kurz.

Wenn etwa Telekom-Chef Ron Sommer in einem der am Rande der Etappen gelegenen Schlosshotels über Sprint diskutiert, muss er nicht unbedingt die Taktik von Ullrich, Zabel & Co meinen. Denn private Treffen der Sponsoren mit Geschäftsfreunden am Rande internationaler Sportereignisse sind der Anbahnung geschäftlicher Kontakten förderlich. Ob auch die geplante Telekom-Annäherung an den US-Konzern Sprint davon profitieren könnte? "Es kommt in der Tat häufiger vor, dass Herr Sommer mit Geschäftsfreunden zur Tour kommt. Deshalb ist ein Treffen mit Managern von Sprint am Rande der Tour natürlich nicht auszuschließen", bestätigt einer der zahlreichen VIP-Betreuer, der seinen Namen nicht genannt wissen will.

Der Kostenaufwand liegt im Vergleich zu den Betreuungsprogrammen anderer Sportarten relativ gering. "Wir liegen mit unserem Budget unter einer Million Mark", verrät Telekom-Sprecher Kindervater, der nach der Krise im deutschen Fußball eine Umorientierung des öffentlichen Interesses sieht: "Man will sich neue Helden suchen. Das Interesse ist gegenüber unserem ersten Start geradezu explodiert, und vor allem in diesem Jahr ist der Erwartungsdruck enorm".

Der Radsport kommt diesem wachsenden Interesse durch seine offenen Strukturen entgegen. Anders als etwa Golf, Tennis oder auch Fußball bietet er die Faszination, dass man direkt an die Spitzensportler herankommt.

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