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Woche der Entscheidung

Von Albrecht Prinz Croy Zu Beginn der "Woche der Entscheidung" gibt es begründeten Anlass, ein paar Dinge klarzustellen: 1.

Von Albrecht Prinz Croy

Zu Beginn der "Woche der Entscheidung" gibt es begründeten Anlass, ein paar Dinge klarzustellen:

1. Es wird keine große Koalition geben
Niemand Ernstzunehmender will diese Kombination (ausgenommen von ein paar ministersesselverliebten SPD'lern). Niemandem bringt sie einen Vorteil, zu allerletzt der wirtschaftlichen Entwicklung dieses Landes. Frau Merkel muss sie scheuen wie wenig sonst, weil für sie bedeutet dies nichts anderes als eine krachende Niederlage. Die SPD kann es nicht wollen, in einer Großen Koalition noch mal gespalten zu werden. Die Linke wird Zugeständnisse in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik an den Partner nicht zulassen, ein großer Teil der Partei wird sich den zu erwartenden Massenprotesten auf der Straße anschließen.

2. Die Meinungsforschungsinstitute verlieren ihre Unabhängigkeit
Der vermeintliche Stimmungsumschwung weg von Schwarz-Gelb ist ein künstlicher, wird in seiner Heftigkeit völlig überschätzt unter tätiger Mithilfe der Meinungsforscher. Wer hat denn ernsthaft geglaubt, dass die SPD bei 30 Prozent einkommen werde? Für jeden kundigen Beobachter war klar, dass die Partei irgendwann zulegen würde. Das tut sie nun, das ist aber kein Umschwung. Der wird herbeigeredet und herbei-vorhersagt. Das Beispiel NRW ist für die CDU Grund genug, die Ruhe zu bewahren. Rüttgers sah sich nach dem ersten Fernsehduell plötzlich Meinungsumfragen gegenüber, die von einem "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen schwarz-gelb und rot-grün kündeten. Am Ende trennten die beiden Lager mehr als sieben Prozent. "Umfragen-Mobbing" hat Rüttgers das genannt.

3. Das männliche Führungspersonal der CDU ist lächerlich
Die wichtigtuerischen Herren reden natürlich als erste von der "drohenden großen Koalition". Weil sie diese so schön zur Niederlage für Angela Merkel umdeuten können. Weil sie dann die Blockierer im Bundesrat spielen und der ungeliebten Dame die Kanzlerschaft vermiesen können. Besonders erbärmlich: der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU, Christoph Böhr (unverständlicherweise ist er auch stellvertretender Bundesvorsitzender) greint öffentlich, "möglichweise gibt es in dieser Gesellschaft keine klare Mehrheit für den Kurs, für den Schwarz-Gelb steht". Beim ersten schärferen Wind fallen die Milchbubis um. Der Mann soll doch erst mal selber irgendeine Wahl gewinnen, bevor er der mutigen eigenen Kandidatin derart ins Kreuz tritt.

Es lohnt sich, in dieser Woche noch mal genau hinzuschauen, bevor man seine Wahl trifft. Vor allem sollte man einige Aufgeregtheiten richtig deuten!


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