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Wochenausblick: Börse bleibt im Griff von Dollarverfall und Ölpreis

Nach dem zwischenzeitlich höchsten Dax-Stand seit Juli 2002 wird die Luft für weitere Gewinne an der Börse dünner. Die von vielen Anlegern erhoffte Erholung zum Jahresende steht angesichts des Euro-Höhenflugs und der Unsicherheit durch die Ölpreise weiter auf wackligen Beinen.

dpa-afx FRANKFURT. Nach dem zwischenzeitlich höchsten Dax-Stand seit Juli 2002 wird die Luft für weitere Gewinne an der Börse dünner. Die von vielen Anlegern erhoffte Erholung zum Jahresende steht angesichts des Euro-Höhenflugs und der Unsicherheit durch die Ölpreise weiter auf wackligen Beinen. Robuste Konjunkturzahlen und die insgesamt gut verlaufende Berichtssaison trieben den Dax zwar am Freitagvormittag erstmals seit Mitte 2002 wieder über 4 200 Punkte. Gewinnmitnahmen, schwache US-Börsen und wieder anziehende Ölpreis ließen die die deutschen Aktien bereits am Freitagnachmittag wieder unter das Niveau der Vorwoche fallen.

Als maßgeblich für die weitere Stimmung an den Märkten gilt die Entwicklung des Rohölpreises. Die Export schädigende Wirkung des steigenden Eurokurses wurde dagegen bisher weitgehend ignoriert, was von den meisten Experten zumindest als überraschend, wenn nicht gar als positives Zeichen ausgelegt wird. "Es scheint, als würde die hartnäckige Seitwärtsbewegung, die vor einem Jahr an den Aktienmärkten der Eurozone einsetzte, nun doch zu Ende gehen", hieß es in einer Markteinschätzung der Bankgesellschaft Berlin.

Berichtssaison Geht ZU Ende

Die Berichtssaison in Deutschland geht in der kommenden Woche mit den letzten Nachzüglern zu Ende. Am Donnerstag legt Bayer AG als letztes Dax-Unternehmen die genauen Bilanzdaten zum dritten Quartal vor. Erwartet werden gute Zahlen, nachdem Bayer bereits die Ertragsziele erhöht hatte. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Aktionäre des Pharma- und Chemiekonzerns die Abspaltung und Börsenplatzierung des Chemiesparte Lanxess in einer außerordentlichen Hauptversammlung genehmigt. Am gleichen Tag wird der ifo-Konjunkturindex für November einen weiteren Fingerzeig auf die Wirtschaftslage geben.

Aus dem MDax legt der Heidelberger Finanzdienstleister MLP am Mittwoch die Zahlen vor. Zum Wochenstart gibt es zudem Quartalszahlen vom ehemaligen Börsenstar EM.TV .

Dollarverfall Bleibt 'Schönheitsfehler'

Grundsätzlich sind die Voraussetzungen für weitere Kursanstiege vorhanden. Als "Schönheitsfehler" machten die Berliner Bankgesellschaft-Experten aber den Dollar aus, der bereits seit Wochen zur Schwäche neigt und gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit Start der europäischen Gemeinschaftswährung Anfang 1999 fiel. "Die Sorge ist berechtigt, dass dem schwachen Aufschwung in Europa nach dem Ölpreisdämpfer nun eine weitere Belastung bevorsteht", hieß es. Im Falle einer beschleunigten Talfahrt des Dollar könnten die dadurch ausgelösten Konjunktur- und Ertragsunsicherheiten die Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte stoppen.

---Von Martin Reinert und Bernd Zeberl, dpa-AFX---

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