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Wochenausblick: Börsen trotzen hohen Ölpreis und Euro

Trotz neuer Höchststände beim Euro sehen Händler und Analysten einen zwar mäßigen, aber doch robusten Aufwärtstrend an den deutschen Börsen.

dpa-afx FRANKFURT. Trotz neuer Höchststände beim Euro sehen Händler und Analysten einen zwar mäßigen, aber doch robusten Aufwärtstrend an den deutschen Börsen. "Insgesamt präsentieren sich die Börsen gegenüber schlechteren Nachrichten derzeit als erstaunlich resistent", heißt es in einem Börsenbericht der Commerzbank. Die Mehrheit der Anleger warte momentan offenbar die weitere Entwicklung ab. Doch bilde gerade diese Vorsicht "ein gutes Umfeld für längerfristig orientierte Anleger". Daher mache es Sinn, Aktienpositionen aufzubauen.

Diese Zuversicht teilen auch die Experten der Bankgesellschaft Berlin. Die europäischen Aktien hätten sich in dieser Woche in einer "auffällig robusten Verfassung" gezeigt, heißt es auch in einer am Freitag veröffentlichten Studie. "Wir sehen in dieser hohen Widerstandskraft ein hoffnungsvolles Zeichen für die künftige Kursentwicklung." Außerdem hätten die Aktienmärkte den gestiegenen Ölpreis und die für November gemeldete Verschlechterung der Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft gut verkraftet. Die Voraussetzungen für einen erneuten Kursanstieg seien gut.

In der kommenden Woche sei erneut mit Dax-Ständen zwischen 4 100 und 4 200 Punkten zu rechnen, sagte Thilo Müller von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). "Tendenziell schauen wir aber nach oben." Daran ändere auch der weiterhin hohe Ölpreis nicht. Beim Euro hielt der Händler sogar einen weiteren Anstieg für möglich. "Der Markt geht weiter in den Euro und testet gerade die Grenze nach oben aus. Ich kann mir schon vorstellen, dass wir die Marke von 1,35 Dollar sehr bald in Angriff nehmen werden." Mit einer Wende sei zumindest kurzfristig nicht zu rechnen.

Gute Aussichten auf Kursgewinne haben in der kommenden Woche nach Einschätzung der Experten vor allem die Versicherungstitel Allianz und Münchener Rück , aber auch Deutsche Bank , Eon und Deutsche Telekom werden besser gesehen. Autotitel dürften dagegen unter dem schwachen Dollar und dem hohen Ölpreis leiden.

Für interessant halten viele Experten auch einen Blick auf die Stahlwerte Thyssen-Krupp und Salzgitter . Der Stahlboom in China sei teilweise unterschätzt worden, hieß es. "In China werden Kanaldeckel geklaut, weil die Schrottpreise so hoch sind. Das zeigt, dass Stahl im Augenblick nicht gekauft, sondern zugeteilt wird. Wer die hohen Preise nicht zahlt, kriegt nichts", sagte ein Händler. Daher rechne er auch mit guten Zahlen bei der Bilanz-Pressekonferenz von Thyssen AG-Krupp am Mittwoch.

Neben der Jahresbilanz von Thyssen-Krupp für 2003/2 004 stehen in dieser Woche eher wenige kursrelevante Daten an. So präsentiert am Montag das Essener Bauunternehmen Hochtief seine Ergebnisse für die ersten neun Monate. Am Dienstag wird der Geschäftsklimaindex der Eurozone für November vorgestellt und das US-Conference Board legt die November-Zahlen zum Verbrauchervertrauen vor. Hsbc rechnet hier mit einem Anstieg von 92,8 auf 96,0 Punkte.

Eine Reihe wichtiger Zahlen gibt es noch Ende der Woche. Am Donnerstag veröffentlicht Intel sein Mid-Quarter Business Update fürs vierte Quartal und der Rat der Europäischen Zentralbank tagt. Mit einer Veränderung des Leitzinses in der Euro-Zone wird allerdings kaum gerechnet. Am Freitag stehen in den USA noch die Arbeitslosenzahlen für November an.

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