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Wochenausblick: Dax-Entwicklung wird vor allem durch Rahmendaten bestimmt

Nach der jüngsten Verschnaufpause des deutschen Aktienindex Dax werden in der kommenden Woche vor allem Nachrichten über wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Kurse beeinflussen.

dpa-afx FRANKFURT. Nach der jüngsten Verschnaufpause des deutschen Aktienindex Dax werden in der kommenden Woche vor allem Nachrichten über wirtschaftliche Rahmenbedingungen die Kurse beeinflussen. Neben den beiden Dauerthemen Ölpreis und Dollarkurs werde die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Dienstag wichtig sein, sagte Commerzbank-Akienstratege Bernd Riedel.

Sollte die vom Markt bereits eingepreiste Zinserhöhung um 25 Basispunkte wider Erwarten nicht stattfinden, könne das den Dollar schwächen und etwa Papiere exportorientierter deutscher Unternehmen belasten, sagte Riedel weiter. Für wahrscheinlicher hält er aber eine Zinsanhebung. Kurzfristig kann es Riedel zufolge im Rahmen einer Korrektur sogar einen Anstieg des Dollars bis an die 1,30-Marke geben. Das könne - neben einer günstigen Entwicklung des Ölpreises - noch für eine Kursrally zum Jahresende sorgen.

Wichtiger als der eigentliche Zinsentscheid der Fed seien aber die Ausführungen zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, hob Riedel hervor. Marktstratege Heinz Stork von Baader betonte: "Besonderes Augenmerk liegt auf den Aussagen zur weiteren Zinsentwicklung und der US-Konjunktur". Die Landesbank Rheinland-Pfalz stellte fest: "Was die Märkte für einen versöhnlichen Jahresausklang brauchen, scheint denn auch in erster Linie eine möglichst unveränderte Haltung der Fed sowie eine weitgehend erwartete Satzanhebung um 25 Basispunkte zu sein."

Auch Hsbc Trinkaus & Burkhardt-Aktienexperte Volker Borghoff wertet die Fed-Sitzung als wichtigsten Termin der Woche. Er rechnet wie der Markt mit der Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte, erwartet aber keine Dax-Jahresendrally mehr und sagt stattdessen eine Abwärtstendenz Richtung 4 100 Punkte in der kommenden Woche voraus. "Marktbestimmend sind natürlich wieder das Öl und der Dollar". Volatil könne es am Freitag beim "Hexensabbat" werden, eine relevante Tendenz habe der große Verfallstag aber nicht.

Marktbewegende Nachrichten deutscher Unternehmen stehen in der Woche nicht auf dem Plan. Bis auf das MDax-Unternehmen Wincor Nixdorf , das am Montag seine Zahlen vorlegt, und den Flughafenbetreiber Fraport , der am Dienstag seine November-Verkehrszahlen präsentiert, ist kaum Spektakuläres angekündigt. Am Freitag steht dann der "Hexensabbat" an, das Auslaufdatum von Optionen auf Aktien, Index-Optionen und Index-Futures. Dieses Ereignis tritt insgesamt vier Mal im Jahr ein und zu solchen Terminen können sich Kurse bei großen Handelsvolumina auch ohne wesentliche Unternehmensnachrichten wild in verschiedene Richtungen bewegen.

Eine etwas üppigere Nachrichtenmenge wird in der kommenden Woche dagegen von US-Unternehmen eintreffen. Am Montag werden die Zahlen von Oracle erwartet, am Mittwoch berichtet die Investmentbank Lehman Brothers über ihr viertes Quartal und das Gesamtjahr. Einen Tag später stehen die Vierteljahresergebnisse von Nike , Fedex , Adobe und Goldman Sachs auf dem Terminplan.

Zu den wichtigen US-Konjunkturdaten gehören in der kommenden Woche der November Einzelhandelsumsatz (Montag), die Handelsbilanz im Oktober (Dienstag), die Industrieproduktion im November (Dienstag) sowie der wöchentliche EIA Ölmarktbericht (Mittwoch) und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Freitag). Die Daten zum Einzelhandelsumsatz und zur Handelsbilanz könnten unter Umständen den Dollar schwächen und damit die Aktien-Kurse drücken, betonte Marktstratege Borghoff. In Deutschland wird am Freitag der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Aus chartanalytischer Sicht schrieb die Bankgesellschaft Berlin zur künftigen Entwicklung: "Von der technischen Seite her fehlen jedenfalls überzeugende Signale für eine Jahresendrally". Zudem bestehe die Gefahr, dass sich die jüngste Erholung des US-Dollars als Strohfeuer erweise. Eine erneute Dollarschwäche, "die wir für die nächste kürzere Frist nicht ausschließen würden", könnte an den Aktienmärkten den Hang zur Konsolidierung verstärken.

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