Wochenbeginn
Dax wird uneinheitlich erwartet

Telekomtitel stehen nach der UMTS-Auktion weiter unter Druck.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienmarkt wird zu Wochenbeginn nach Händlereinschätzung ein uneinheitliches Bild abgegeben. Die Investoren gingen in der sich fortsetzenden Konsolidierungsphase sehr selektiv vor, sagten Händler am Montag in Frankfurt. Währen die Telekomtitel von den Investoren weiter wegen finanziellen Drucks aus der deutschen UMTS-Auktion gemieden würden, profitierten die Zulieferer. Die am Dienstag anstehende Entscheidung der US-Notenbank Fed zum US-Leitzins werde den Markt wegen Unsicherheit zu einer abwartende Haltung verleiten. Zumeist wird nach den jüngst schwächeren Wirtschaftsdaten nicht mehr damit gerechnet, dass die Fed die Zinsen anhebt. Aus den USA werden am Montag keine Konjunkturindiaktoren erwartet, die weiteren Aufschluss über den Zinskurs der US-Notenbank bringen könnte.

Die Citibank berechnete den Deutschen Aktienindex (Dax) gegen 08.15 Uhr MESZ mit 7228 Punkten, nach einem knapp behaupteten Schluss bei 7232,42 Punkten am Freitag. Das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Dax bei 7225,30 Punkten.

Die Wall Street lieferte mit ihrem knapp behaupeteten und umsatzschwachen Handelsverlauf am Freitag keine eindeutige Richtung für den Dax. Der 30 führende US-Industriewerte umfassende Dow-Jones-Index hatte um 0,08 % schwächer bei 11046,48 Zählern geschlossen. Der technologielastige Nasdaq-Index hatte 0,27 % auf 3930,34 Zähler verloren. Die Investoren hatten am New Yorker Aktienmarkt bei geringer Aktivität eine abwartende Haltung vor dem Zinsentscheid der Notenbank Fed am Dienstag eingenommen, was auch die Umsätze niedrig hielt. Am Markt werde angesichts der Anzeichen einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den USA erwartet, dass die Zinsen unverändert belassen würden, hieß es bei Händlern.

Von den asiatischen Börsen kamen am Montag uneinheitliche Vorgaben. Während der Handel in Hongkong vor der US-Zinsentscheidung im späten Handel rund 0,5 % auf 17 521 Punkte zulegte, schloss die Börse in Tokio wegen Unsicherheit über die mittelfristige Zinsentwicklung rund 1,5 % schwächer bei 16 040 Punkten. Der Euro notierte im frühen Handel moderat freundlich gegenüber der US-Währung mit 0,9071/77 $ nach einer Schlussnotiz von 0,9061/66 $ am Freitag in New York. Der Euro-Bund-Future lag nach Handelseröffnung mit einem Tick im Minus bei 105,52 Punkten.

Die Unternehmensseite ist am Montag dünn besetzt. Der MDax-Wert Pro Sieben wird seine Halbjahreszahlen veröffentlichen. Am Dienstag steht dann für die Aktionäre von Pro Sieben und Sat.1 die Zustimmung zur Fusion der beiden Sender an. Ein positives Votum gilt als sicher, weil die Mehrheit der nicht börsennotierten Stammaktien von Pro Sieben bei KirchMedia liegt, einer von drei Holdings des Münchener Medienunternehmers Leo Kirch, der auch 59 % an Sat.1 hält.

Die Bundesbank gab am Morgen bekannt, dass sie die deutsche Inflationsentwicklung trotz gestiegener Ölpreise im Kern als stabil ansieht. Es sei zudem nicht damit zu rechnen, dass die Preisentwicklung durch Wechselkursänderungen entlastet werde. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sei im zweiten Quartal um 1,0 % zum Vorquartal und um 3,25 % im Jahresvergleich gestiegen. Die Zuwachsraten lagen damit deutlich höher als im ersten Quartal des Jahres.

In der Energiebranche machen erneut Fusionsgerüchte die Runde. Top-Manager der Düsseldorfer E.ON AG und des französischen Versorgers Suez Lyonnais wollen nach Informationen der "Financial Times" (Montagsausgabe) noch in dieser Woche zu Fusionsgesprächen zusammenkommen. Zwar habe es auch Gespräche zwischen Suez und dem E.ON-Konkurrenten RWE gegeben, ein Zusammenschluss von Suez und E.ON habe jedoch Vorrang, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Person aus dem Umfeld der Verhandlungen.

Die Deutsche Lufthansa prüft einem Zeitungsbericht zufolge den Einstieg bei einer Billig-Airline. "Das wäre eine interessante Option", sagte Lufthansa-Vorstand Ralf Teckentrup laut einem redaktionellen Vorabbericht eines Interviews mit dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). Eine Kooperation allein würde keinen Sinn machen. "Notwendig wäre dann auf jeden Fall eine finanzielle Beteiligung an einer Billig-Airline, um die Renditen im Markt abschöpfen zu können", sagte Teckentrup weiter.



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