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Wochenrückblick: Dax auf Talfahrt - Hoher Ölpreis und Karstadt-Quelle im Fokus

Die Berg- und Talfahrt der Karstadt-Quelle-Titel hat die Anleger in vergangenen Börsenwoche in Atem gehalten. Der weiter hohe Ölpreis und gemischt ausgefallene Unternehmensdaten verdarben den meisten Investoren die Stimmung.

dpa-afx FRANKFURT. Die Berg- und Talfahrt der Karstadt-Quelle-Titel hat die Anleger in vergangenen Börsenwoche in Atem gehalten. Der weiter hohe Ölpreis und gemischt ausgefallene Unternehmensdaten verdarben den meisten Investoren die Stimmung. Ohne erkennbare Gegenwehr sackte der deutsche Leitindex Dax unter die psychologisch wichtige Marke von 4 000 Punkten.

"Im Gefolge des steigenden Ölpreises rückten auch die Sorgen um die Nachhaltigkeit der Konjunkturentwicklung wieder stärker in den Vordergrund", hieß es bei der Commerzbank. Einige gute und über den Erwartungen liegende Quartalsergebnisse - etwa bei Intel oder der Citigroup - hätten angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Großwetterlage nur wenig Beachtung gefunden.

Quartalsberichte IM Fokus

Auch die Experten der Bankgesellschaft Berlin zogen ein eher düsteres Fazit: "Die veröffentlichten Unternehmensberichte fielen gemischt aus und wurden mit Skepsis aufgenommen." Sowohl die Quartalsberichte als auch der Ölpreis sollten die Anleger auch noch in den kommen Wochen beschäftigen. Ähnlich äußerten sich die Marktbeobachter der Landesbank Rheinland-Pfalz: "Weiter rasant steigende Ölpreise machten schnell die Hoffnung auf neue Jahreshöchststände an den Aktienmärkten zunichte und sorgten gleichzeitig für die Beendigung der kurzzeitigen Abkopplung von der Ölpreisentwicklung."

Karstadt-Quelle , die General-Motors-Tochter Opel und T-Online bestimmten die Schlagzeilen. Bei dem Essener Einzelhandelskonzern müssen neben den Arbeitnehmern auch die Aktionäre wegen der beschlossenen Kapitalerhöhung Abstriche machen. Um "mindestens 500 Mill. Euro" einzunehmen, will das Unternehmen rund 93 Mill. neue Aktien ausgeben. Mit einer entsprechenden Verwässerung des Gewinns pro Aktie und niedrigeren Dividendenzahlungen ist zu rechnen. Mit dem Beschäftigungspakt für die 100 000 Mitarbeiter hat Karstadt-Quelle nach Einschätzung der Konzernführung gute Voraussetzungen für eine Umsetzung des Sanierungsplans geschaffen.

General Motors und T-Online-Rückkauf

Um den geplanten Abbau von 10 000 Stellen beim Autohersteller Opel zeichnet sich eine harte Auseinandersetzung zwischen Management und Betriebsrat ab. Zudem verfehlte der Mutterkonzern General Motors (GM) im dritten Quartal beim Gewinn deutlich die Prognose der Analysten und senkte daraufhin die Gewinnerwartung für 2004. In der Folge geriet die Aktie des deutsch-amerikanischen Autobauers Daimler-Chrysler unter Druck.

Ein bittere Pille mussten auch die T-Online-Aktionäre der ersten Stunde schlucken: Die Deutsche Telekom will ihre Internet-Tochter zum aktuellen Kursniveau wieder von der Börse nehmen. Den schätzungsweise 1,5 Mill. Kleinaktionären von T-Online bietet der Bonner Konzern einen Aktientausch in Telekom-Aktien oder eine Barzahlung von 8,99 Euro je T-Online-Aktie an. Erstzeichner der T-Online-Aktie hatten im Frühjahr 2000 noch 27 Euro je Aktie bezahlt. Aktionärsschützer kritisierten das Kaufangebot der Telekom als unzureichend. Marktteilnehmer sprachen von einem schweren Schlag für den Technologieindex TecDax ./tw/mnr

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