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Wochenrückblick: Dax erreicht bei dünnen Umsätzen Jahreshoch

Der Leitindex Dax hat die Anleger in der vergangenen Börsenwoche mit lange Zeit nicht mehr erreichten Punkteständen verwöhnt. Der Index der 30 wichtigsten deutschen Werte kletterte am Dienstag kurzzeitig bis auf 4 250,05 Punkte.

dpa-afx FRANKFURT. Der Leitindex Dax hat die Anleger in der vergangenen Börsenwoche mit lange Zeit nicht mehr erreichten Punkteständen verwöhnt. Der Index der 30 wichtigsten deutschen Werte kletterte am Dienstag kurzzeitig bis auf 4 250,05 Punkte. Jedoch war die Freude vieler Anleger nur von kurzer Dauer, denn anfängliche Gewinne bröckelten in der Folge wieder ab. Immerhin schloss der Index am Dienstag und Donnerstag über 4 230 Punkten und erreichte Schlussstände, die zuletzt vor zweieinhalb Jahren markiert wurden.

Das Zwischenhoch an der Börse wurde bei geringen Umsätzen und einem schwächeren Dollar sowie anziehenden Ölpreisen erzielt. Die Entwicklung bei Dollar und Öl dürften auch künftig die besondere Aufmerksamkeit der Börsianer auf sich ziehen.

Treibende Kräfte für das jüngste Indexplus waren laut Commerzbank die unverändert hohe Liquidität bei den Anlegern, die zuversichtlichen Prognosen für die Konjunktur sowie die günstige Bewertung vieler Aktien - vor allem im Vergleich zum Rentenmarkt. Hinzu kommen dem Institut zufolge die guten Gewinnperspektiven der Unternehmen und eine Fusionswelle, die derzeit über die US-amerikanische Wirtschaft läuft und bald auch Europa erreichen könnte.

Dagegen hatte die Entscheidung der amerikanischen Notenbank Fed zu den Leitzinsen nach Auskunft vieler Händler kaum Auswirkungen auf die Aktienkurse. Die Erhöhung um 25 Basispunkte auf nunmehr 2,25 Prozent wurde allgemein erwartet und war bereits lange in die Kurse eingepreist.

Die fehlende Kauf- und auch Verkauflust in der zweiten Wochenhälfte begründeten Händler mit dem nahenden Jahresende. "Es fehlen Anschlusskäufe. Das Jahr ist für die Investoren so gut wie gelaufen", sagte Aktienhändler Norbert Pütz von der Postbank in Frankfurt. Auf der anderen Seite gebe es aber auch keinen Abgabedruck, begründete er die Seitwärtsbewegung des Dax.

Eine der wichtigsten Börsen-Nachrichten war die Börse selbst. Die Deutsche Börse AG will ihren Londoner Konkurrenten LSE übernehmen und hatte dafür rund 1,9 Mrd. Euro geboten. Die LSE lehnte das Angebot als zu niedrig ab - vielen Marktteilnehmern erschien das erste Angebot aber als zu hoch. Der angeschlagene Kaufhauskonzern Karstadt-Quelle stand erneut im Mittelpunkt des Interesses. Das MDax-Unternehmen hatte sich zu der Kapitalerhöhung (535 Mill. Euro) nun durch eine Wandelanleihe (170 Mill. Euro) eine weitere wichtige Kapitalspritze besorgt.

In den USA sorgte eine weitere Megafusion in der Mobilfunkbranche für Schlagzeilen. Die Konzerne Nextel und Sprint wollen mit einem 35-Mrd.-Dollar-Geschäft zum drittgrößten Mobilfunkanbieter der USA fusionieren.

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