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Wochenrückblick: DAX gerät nach dem Start der US-Berichtssaison unter DruckDPA-Datum: 2004-07-09 18:30:13

(dpa-AFX) Frankfurt - Eine enttäuschend angelaufene Berichtssaison in den USA hat in der vergangenen Woche die zuvor gute Stimmung für deutsche Aktien eingetrübt. Der DAX < DAX.ETR > scheiterte mit seinem Versuch, sich von der 4.000-Punkte-Marke nach oben abzusetzen und rutschte stattdessen kontinuierlich nach unten.

(dpa-AFX) Frankfurt - Eine enttäuschend angelaufene Berichtssaison in den USA hat in der vergangenen Woche die zuvor gute Stimmung für deutsche Aktien eingetrübt. Der DAX < DAX.ETR > scheiterte mit seinem Versuch, sich von der 4.000-Punkte-Marke nach oben abzusetzen und rutschte stattdessen kontinuierlich nach unten.

"Dem DAX ist die Luft nach oben bei anhaltend geringem Handelsinteresse ausgegangen", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Dazu komme ein ernüchternder Start der Berichtssaison in den USA: Das Internet-Schwergewicht Yahoo! < Yhoo.NAS > < YHO.FSE > brachte nicht die erhoffte positive Überraschung und der weltgrößte Aluminiumkonzern Alcoa < AA.NYS > < ALU.ETR > hat die Markterwartungen knapp verfehlt. Zudem kündigten einige Firmen vor allem aus dem Software- und Halbleitersektor enttäuschende Ergebnisse an.

Henkel, Finanz- UND Technologiewerte Belasten

In Deutschland fügte sich Henkel < Hen3.ETR > in die Reihe der Unternehmen mit negativen Nachrichten ein. Der Konsumgüterhersteller hat sein Umsatzziel für 2004 nach unten korrigiert. Entgegen der ursprünglichen Prognose für das organische Wachstum von drei bis vier Prozent rechnet der Konzern nun lediglich mit etwa zwei Prozent. Zwar hielt Henkel ungeachtet des deutlich gekappten Umsatzplans an den Ergebniszielen für 2004 fest - die Aktien gehörten dennoch zu den größten Verlierern im DAX.

Schwach präsentierten sich auch die Finanzwerte. Banken litten Börsianern zufolge unter den Problemen um den russischen Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > , bei dem umfangreiche Kreditausfälle befürchtet werden. "Zudem geraten Banken mit den fallenden Aktienmärkten automatisch unter Druck und auch die Fusionsspekulationen sind als unterstützender Faktor wieder in den Hintergrund gerückt", sagte ein Aktienhändler. Versicherer seien durch die schwachen Börsen und negative Analystenstimmen unter Druck geraten.

Am Freitagnachmittag legte SAP < SAP.ETR > dann überraschend vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Markt reagierte sehr positiv auf das Zahlenwerk und die Aktien machten einen Teil ihrer Kursverluste wieder wett. Einem Händler zufolge wollten die Walldorfer offenbar nach den negativen Nachrichten aus der Softwarebranche die Unsicherheit aus dem Markt nehmen: "Dies war ein kluger Schachzug und ist gut für den DAX."

Belastungsfaktoren Überwiegen

"Offenbar stehen die Börsen noch im Bann der amerikanischen Zinserhöhung von Ende Juni", ergänzten die Anlageexperten der Commerzbank. Sorgen bereiteten auch der wieder steigende Ölpreis und die Vorgänge um Yukos. Die beiden Faktoren wirkten Händlern zufolge zusammen und trieben den Rohölpreis in New York wieder in Richtung der 40-Dollar-Marke.

Derzeit überwiegen wieder die Unsicherheitsfaktoren und Anleger verkaufen, sagte ein Händler. Damit werde zeitweise eine negative Spirale ausgelöst, da sich mit den Kursverlusten auch die technische Lage an den Aktienmärkten verschlechtere. Dies löse weitere Verkäufe aus. Allerdings komme gerade aus dieser Richtung auch ein Hoffnungsschimmer - der DAX hat sich am Freitag von einer wichtigen Unterstützung aus erholt.

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