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Wochenrückblick: Dax legt nach Sturm auf Jahreshochs eine Verschnaufpause ein

Dem Frankfurter Aktienmarkt ist auf seinem Ende Oktober gestarteten Höhenflug in der vergangenen Woche die Puste ausgegangen.

dpa-afx FRANKFURT. Dem Frankfurter Aktienmarkt ist auf seinem Ende Oktober gestarteten Höhenflug in der vergangenen Woche die Puste ausgegangen. Der Standardwerte-Index Dax schrammte zunächst nur um wenige Punkte am Mitte 2002 erreichten Hoch von 4 234 Punkten vorbei, bröckelte dann aber in der zweiten Wochenhälfte ab. Die Kursverläufe im MDax mittelgroßer Werte und auch im Technologie-Index TecDax bestätigten dieses Bild.

"Nach dem schnellen Kursanstieg haben deutsche Aktien eine Verschnaufpause eingelegt", fasste Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG den Wochenverlauf zusammen. Aus deutscher Sicht gab es wenig Positives und wenig Negatives - die Nachrichtenlage blieb ruhig. Überraschend waren aber Umfang und Geschwindigkeit der Korrektur beim Ölpreis und beim Euro. Dies unterstützte den Markt und limitierte die Kursverluste. Auffällig ist Stabel zufolge auch, dass der Höhenflug des Rentenmarktes die Börsen nicht stärker unter Druck bringt.

Thyssen, FMC und Infineon Bröckeln AB

Thyssen-Krupp und Salzgitter zählten im Sog der europaweiten Kursschwäche der Stahlwerte zu den größten Verlierern. Die zuletzt schwache Entwicklung der US-Stahlwerte habe die Stimmung verhagelt, sagten Börsianer. Zudem sehen Analysten zunehmende Risiken für die Stahlbranche vor allem in der Entwicklung in China. Die Volksrepublik wandele sich von einem Netto-Stahl-Importeur zu einem Netto-Stahl-Exporteur, was den Experten der UBS zufolge für die Zukunft erheblichen Druck auf die Stahlpreise erwarten lasse.

Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) litten unter einer Großfusion in den USA. Der FMC-Konkurrent Davita hat das US-Dialysegeschäftes von Gambro gekauft. Dadurch dürfte sich der Wettbewerb für FMC verschärfen, bestätigte Stabel. Mit dem Kursrutsch habe sich auch die technische Verfassung des Titels eingetrübt, was im Wochenverlauf dann weitere Verkäufer angezogen habe.

Technologiewerte und allen voran die Aktien des Chipherstellers Infineon rutschten auch ab. Skeptische Kommentare der US-Halbleiterunternehmen Xilinx und Altera sowie das Ausbleiben einer positiven Überraschung im Quartalsausblick des weltgrößten Anbieters von Handy-Chips Texas Instruments nahmen Händlern zufolge den Aktien ihren Schwung.

Autowerte Unter DEN Favoriten

Autowerte und allen voran die Papiere von BMW zählten unterdessen zu den Favoriten der vergangenen Woche. Händler verwiesen auf die Kursverluste beim Euro, nachdem die exportlastigen Titel in den Vormonaten unter der klaren Schwäche des Dollar zur Gemeinschaftswährung gelitten hatten. Auch der von seinen Rekordhochs deutlich abgerutschte Ölpreis stütze zusätzlich.

Continental hinkten im Wochenverlauf dem Auto-Sektor etwas hinterher, nachdem sich die Aktien des Zulieferers zuvor deutlich besser entwickelt hatten als die der Autobauer. Stabel begrüßte aber den Schlussstrich in Russland. Im Reifengeschäft beendet Conti wie seit längerem erwartet das vor zwei gegründete Joint Venture in Moskau. Auch das traditionsreiche Werk in Hannover steht auf dem Prüfstand. Conti Wennemer-Chef bestätigte zudem seine Jahresziele.

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