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Wochenrückblick: DAX tritt auf der Stelle - 'Unsicherheit bestimmt Verhalten'

Die deutschen Standardwerte haben in der vergangenen Handelswoche den Mitte August begonnenen Aufwärtstrend nicht fortgesetzt. Die stagnierenden Kurse drückten nach Ansicht der Bankgesellschaft Berlin eine "gewisse Orientierungslosigkeit aus, die im fundamentalen und geldpolitischen Umfeld ihre Wurzeln besitzt".

dpa-afx FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben in der vergangenen Handelswoche den Mitte August begonnenen Aufwärtstrend nicht fortgesetzt. Die stagnierenden Kurse drückten nach Ansicht der Bankgesellschaft Berlin eine "gewisse Orientierungslosigkeit aus, die im fundamentalen und geldpolitischen Umfeld ihre Wurzeln besitzt".

Die mit Spannung erwarteten Kommentare zur Verfassung der US-Konjunktur durch Notenbank-Chef Alan Greenspan und in Form des "Beige Book" gaben dem Markt laut Händlern kaum neue Impulse. Nach Ansicht der Währungshüter entwickelt sich die US-Konjunktur weiter günstig - dies spreche unverändert für eine Zinserhöhung im September, hieß es am Markt. Steigende Zinsen verteuern Kredite und verursachen dadurch Konsum- und Investitionszurückhaltung, was wiederum den Wirtschaftsaufschwung abwürgen könnte. Das Fazit der Commerzbank fiel skeptisch aus: "Die Unsicherheit bestimmt das Anlegerverhalten."

Steigender Ölpreis Dämpft Stimmung

Auch der zuletzt wieder anziehende Ölpreis dämpfte die Stimmung unter den Investoren. Das blutige Geiseldrama im südrussischen Beslan spielte an den Finanzmärkten indes kaum eine Rolle. "Auch wenn es zynisch klingt, das ist eher ein inner-russisches Problem und belastete die internationalen Börsen nicht", sagte ein Aktienhändler in Frankfurt.

Angesichts der wenigen Unternehmensdaten sprachen die Experten der Landesbank Rheinland-Pfalz von einer "weitgehenden Nachrichtenflaute". Nach bereits drei geplatzten Börsengängen 2004 verzichtete auch der Reisekonzern TUI darauf, ihre attraktive Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd an die Börse zu bringen. Angesichts der Übernahmegerüchte um die Hapag-Lloyd Mutter und der wochenlangen Zitterpartie um deren Verbleib im DAX nutzte TUI-Vorstandschef Michael Frenzel die Absage zugleich für eine Demonstration der eigenen Stärke: Aus wirtschaftlichen Gründen benötige man die Börse nicht.

Bund Will Rund 4,5 Milliarden Euro FÜR Maut-Verzug

Milliardenschwere Schadensersatzforderung des Bundes beeindruckten die Kurse der am Betreiberkonsortium Toll Collect beteiligten Unternehmen Deutsche Telekom und Daimlerchrysler kaum. Nach den Pannen und Verzögerungen bei der Lkw-Maut hatte der Bund nun mehr als 4,5 Mrd. ? gefordert. Experten halten das eingeleitete Schiedsverfahren gegen das Maut-Betreiberkonsortium für aussichtslos.

Nach positiven Nachrichten aus der Technologiebranche gehörten Technologieaktien wie Infineon oder SAP zum Wochenschluss zu den Kursgewinnern. Händler verwiesen auf positive Nachrichten von Nokia und National Semiconductor . Der US-Chipspezialist National Semiconductor hatte am Vortag mit seinen Umsatzzahlen für Kaufinteresse gesorgt, während die Finnen ihre Prognose für das laufende Quartal wegen der starken Nachfrage deutlich erhöhten. Auch der Zwischenbericht von Texas Instruments (TI) stützte die Branche.

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