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WOCHENRÜCKBLICK: DAX von US-Zinsentscheid unbeeindrucktDPA-Datum: 2004-07-02 21:56:02

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch nach der erwarteten Leitzinsanhebung in den USA ist die erhoffte Erholung am Aktienmarkt ausgeblieben. Nur für kurze Zeit führte die Entscheidung der US-Notenbank, zum ersten Mal seit vier Jahren die Zinsen anzuheben, den DAX < DAX.ETR > bis auf 4.100 Punkte. "Die Leute hatten damit gerechnet, dass es ein Selbstläufer ist, aber dem ist nicht so. In Amerika kamen jedoch einige Unternehmen aus dem Techsektor mit Gewinnwarnungen", sagte ein Händler in Frankfurt.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch nach der erwarteten Leitzinsanhebung in den USA ist die erhoffte Erholung am Aktienmarkt ausgeblieben. Nur für kurze Zeit führte die Entscheidung der US-Notenbank, zum ersten Mal seit vier Jahren die Zinsen anzuheben, den DAX < DAX.ETR > bis auf 4.100 Punkte. "Die Leute hatten damit gerechnet, dass es ein Selbstläufer ist, aber dem ist nicht so. In Amerika kamen jedoch einige Unternehmen aus dem Techsektor mit Gewinnwarnungen", sagte ein Händler in Frankfurt.

Dem wollte Chefhändler Heinz-Bernd Schmitz von der Nord/LB in Hannover nur bedingt zustimmen. Zwar sei der DAX tatsächlich in der vergangenen beiden Tagen wieder auf das Niveau der Vorwoche zurückgekehrt. Ursache seien jedoch die Inflationsängste, deren Bedeutung weltweit zuvor unterschätzt worden sei. So waren beispielsweise die Erzeugerpreise in der Eurozone im Mai wegen der hohen Energiepreise unerwartet stark gestiegen. "So sind wir im DAX wieder in den Korridor von 3.920 bis 4.040 Punkte gerutscht, die wir im gesamten Juni gesehen haben."

Dabei stiegen in der vergangenen Woche nach Ansicht der Bankgesellschaft Berlin die Chancen für steigende Aktienkurse. Die Europäische Zentralbank sehe gegenwärtig einen Bedarf, auch in Europa die Leitzinsen anzuheben. Zudem würde nach dem Ende des Ölarbeiterstreiks in Norwegen und die vorgezogene Machtübernahme im Irak das Rohöl nicht noch teuerer werden.

Spannung bis zum letzten Moment versprach in der vergangenen Woche die Übernahme des Hamburger Autozulieferers Phoenix < PHO.ETR > durch Continental < CON.ETR > . Erst kurz vor Ablauf der Frist nahmen 75 Prozent der Anleger das Übernahmeangebot an. Anderenfalls hätten die Hannoveraner ihr Angebot zurückgezogen.

Das Ende der Ölpreis-Rallye verhalf den Automobilwerten anfänglich zu Kursgewinnen. Umfangreiche Rückrufaktionen der Daimler-Beteiligung Mitsubishi Fuso und der zumeist enttäuschende US-Absatz im Juni setzte die Kurse im Wochenverlauf wieder unter Druck. Selbst BMW < BMW.ETR > , die zum dritten Mal in Folge einen Absatzrekord vorlegten, sahen ihre Aktie zum Wochenschluss auf der Verliererseite.

Die anhaltenden Spekulationen über Zusammenschlüsse im Bankengewerbe haben in dieser Woche besonders die HypoVereinsbank < HVM.ETR > bewegt. Die Münchener Großbank soll nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" mit mindestens vier ausländischen Banken verhandelt haben.

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