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WOCHENRÜCKBLICK: Nervosität der Anleger hemmt Handel an der deutschen Börse

FRANKFURT (dpa-AFX) - Spekulationen um eine Ausweitung des Konflikts imNahen Osten und einen weiteren Anstieg des Ölpreises haben den DAX-Handel in der vergangenen Woche geprägt. "Die Nervosität war trotz einigerStabilisierungsansätze deutlich spürbar", sagte ein Börsenexperte von derCommerzbank. Im Wochenvergleich stieg der deutsche Leitindex um knapp einProzent. Der zeitweise auf ein neues Rekordhoch gestiegene Ölpreis habe dieGefahr einer Inflationsspirale mit entsprechend scharfen Reaktionen derZentralbanken konkreter werden lassen. Eine möglicherweise bald anstehendeZinserhöhung in den USA ist seit Wochen beherrschendes Thema an den Börsen.

Die Terroranschläge im Nahen Osten schürten zusätzlich die Nervosität derAnleger. Belastend hinzu kamen wieder Zweifel an der konjunkturellen Dynamikauf. Denn die Aussichten auf eine Konjunkturerholung in Deutschland haben sichnach Einschätzung von Finanzexperten im Mai den fünften Monat in Folgeeingetrübt. Nach der veröffentlichten monatlichen Umfrage des Zentrums fürEuropäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist der Index der Konjunkturerwartungenim Mai von 49,7 Punkten im Vormonat auf 46,4 Punkte gefallen.

STIMMUNG HELLTE SICH ZUR WOCHENMITTE AUF

Zur Wochenmitte hellte sich indes die Stimmung etwas auf. Besser alserwartet ausgefallene Unternehmensdaten aus den USA gaben deutschenTechnologieaktien wie SAP , Infineon und Siemens deutlich Auftrieb. Auch der Gesamtmarkt profitierte von den guten Zahlen: DerUS-Computerhersteller Hewlett-Packard und der weltgrößteHalbleiterausrüster Applied Materials hatten sowohl beiUmsatz als auch beim Gewinn die Prognosen übertroffen.

Mit einem satten Kursplus von zeitweise mehr als zehn Prozent reagierten dieAktien von MLP auf die überraschend vorgelegten Konzernzahlen. DerFinanzdienstleister hatte im ersten Quartal bei Ergebnis und Ertrag kräftigzugelegt und die Marktteilnehmer überzeugt. Stark unter Druck gerieten dagegendie Titel der Hannover Rück . Die Quartalszahlen bezeichnetenBörsianer als enttäuschend. Vor allem das operative Ergebnis habe unter denErwartungen gelegen, sagte ein Händler.

BÖRSENDEBÜT FÜR WINCOR NIXDORF UND MIFA

Für Zuversicht sorgten die erfolgreichen Börsengänge desGeldautomatenherstellers Wincor Nixdorf und der MitteldeutschenFahrradwerke MIFA . Beide Neuemissionen hielten sich über ihrenAusgabepreis, was Börsianer mit Erleichterung aufnahmen. Damit sei nun der Wegfrei für weitere Emissionen in Deutschland, betonten Experten.

Die Handelswoche war allerdings für viele Börsianer verkürzt. Bereits amDonnerstag verabschiedeten sich viele Händler wegen des Feiertages ChristiHimmelfahrt ins verlängerte Wochenende. Entsprechend ruhig verlief derHandel.

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