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WOCHENRÜCKBLICK: Postbank-IPO setzt keinen Impuls, DAX klebt bei 4.000 PunktenDPA-Datum: 2004-06-25 20:11:29

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahre 2001 hat die Finanzwelt in der vergangenen Woche intensiv beschäftigt. Erst nachdem die Preisspanne für die Postbank-Aktien < DPB.ETR > gesenkt und deren Zahl auf massiven Investorendruck reduziert wurde, konnte die kundenreichste deutsche Bank um zwei Tage verspätet, aber mit einem bescheidenen Kursgewinn starten - ein leuchtendes Vorbild für weitere Börsengänge war diese Wackelpartie nicht. "Es ist wichtig, dass überhaupt mal wieder etwas platziert wurde", sagte Aktienhändler Kai-Uwe Dohne von der Frankfurter Sparkasse.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahre 2001 hat die Finanzwelt in der vergangenen Woche intensiv beschäftigt. Erst nachdem die Preisspanne für die Postbank-Aktien < DPB.ETR > gesenkt und deren Zahl auf massiven Investorendruck reduziert wurde, konnte die kundenreichste deutsche Bank um zwei Tage verspätet, aber mit einem bescheidenen Kursgewinn starten - ein leuchtendes Vorbild für weitere Börsengänge war diese Wackelpartie nicht. "Es ist wichtig, dass überhaupt mal wieder etwas platziert wurde", sagte Aktienhändler Kai-Uwe Dohne von der Frankfurter Sparkasse.

IFO-INDEX SCHOCKIERT DIE MÄRKTE

Die erhofften Handelsumsätze und steigende Kurse blieben weiter aus: Der DAX < DAX.ETR > klebte über Stunden hinweg förmlich an der Marke von 4.000 Punkten. Als Grund für die Katerstimmung gilt die bevorstehende Zinssitzung der US-Notenbank Fed am kommenden Mittwoch. Es gilt als sicher, dass der Leitzins um mindestens 0,25 Prozentpunkte angehoben wird.

Positive Impulse aus der amerikanischen Technologiebranche blieben auf die Wochenmitte begrenzt. Spätestens als der Konjunkturtest ifo-Index am Freitagvormittag mit einem unerwarteten Rückgang im Juni schockierte, wurde schmerzlich klar, dass die Börsenwelt nicht in Ordnung ist: Die hohe Arbeitslosigkeit und steigende Energiepreise bremsen die Konsumneigung in Europa weiter aus, bilanzierte die Bankgesellschaft Berlin.

CHARTTECHNIKER: AUSBRUCHSVERSUCH

Aus charttechnischer Sicht blieb der DAX laut der Landesbank Rheinland-Pfalz in einer Seitwärtstendenz zwischen 3.930 und 4.030 Punkten gefangen. Am Dienstag schloss der DAX bei sehr geringem Volumen sogar unter der Marke von 3.930 Punkten. Ein Ausbruch über die Marke von 4.030 Punkten hinaus könnte nach Meinung verschiedener Charttechniker trotzdem bevorstehen, falls Konjunkturdaten positiv überraschen und die US-Zinsentscheidung vom Markt gut verdaut wird.

Von Unternehmensseite erreichten den Handel nur wenige Impulse. "Positiv ist allerdings, dass sich die Aktienmärkte und der Ölpreis erstaunlich resistent gegenüber negativen Nachrichten zeigten", sagte Analyst Michael Köhler von der Mainzer LRP, was für eine "gute Absicherung auf dem aktuellen Kursniveau spricht". So führten die Anschläge auf irakische Ölpipelines oder der Streik in der norwegischen Ölindustrie nur zu moderaten Kursrückschlägen. Meldungen dieser Kategorie hätten noch vor Wochen wohl zu massiven Ölpreisanstiegen und Kursrückgängen am Aktienmarkt geführt.

BUND WIRFT BIS 2006 TELEKOM UND POST AUF DEN MARKT

Der Bund will bis Ende 2006 seine gesamten Telekom - und Post-Aktien < DPW.ETR > < DTE.ETR > abstoßen. "Wenn alles so läuft wie vorgesehen, dann würden wir 2006 den letzten Rest Telekom und Post privatisieren", verlautete am Dienstag aus Berliner Regierungskreisen. Der Großteil der Aktien solle bereits 2005 veräußert werden, um mit den erhofften Milliardenerlösen Haushaltslöcher zu stopfen. Die Pakete könnten auch als "Parklösung" an die staatliche KfW-Gruppe gegeben werden. Nach Kursbelastungen am Dienstag und Mittwoch erholte sich die T-Aktie bis Freitag wieder, die Deutsche Post blieb unberührt von dieser Meldung - dank des Börsengangs der Tochter Postbank.

Und zwei Konkurrenten auf dem Markt für Musik-TV werden künftig gemeinsam agieren: Das TV-Unternehmen VIVA Media AG < VVM.ETR > mit den beiden Viva-Musiksendern und der Produktionsfirma Brainpool wurde von dem amerikanischen Medienkonzern Viacom Inc. < VIA.B.NYS > < VICB.FSE > übernommen. Großaktionäre übernahmen 75,8 Prozent der Anteile an der Viva Media AG. Der Medienkonzern, zu dem auch der Konkurrenzsender MTV gehört, bietet 12,65 Euro je Viva-Aktie. Unter den Aktionären, die ihre Anteile an Viacom abgetreten haben, sind auch Viva-Gründer Dieter Gorny und der Musikkonzern Universal.

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