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Wochenrückblick: Stabilisierung auf hohem Niveau trotz Eurohoch und Ölpreis

Der Wind bläst den Finanzmärkten unverändert stark ins Gesicht.

dpa-afx FRANKFURT. Der Wind bläst den Finanzmärkten unverändert stark ins Gesicht. Die Indizes an der Frankfurter Börse erwiesen sich nach Erreichen neuer Jahreshochs trotzdem als erstaunlich resistent: Der Dax beendete die Woche über der Marke von 4 100 Punkten und verharrte damit weitgehend auf dem Vorwochenniveau. Ein ähnliches Bild boten die Börsen in Europa.

Die Umsätze blieben insgesamt gering, was nicht zuletzt auf eineinhalb Feiertage an der Wall Street zurückzuführen war. "Das Handelsvolumen ist so gering, dass schon wenige Marktteilnehmer mit geringen Investitionen viel bewegen können", erklärte ein Händler. Auffällig entspannt blieben die Anleger hingegen angesichts des steigenden Eurokurses, der gegenüber dem Dollar neue Höchststände erreichte und am frühen Freitag ein Allzeithoch bei mehr als 1,33 Dollar markierte.

Ölpreis und IFO-Einbruch GUT Verkraftet

Und der schwankende Ölpreis, der je nach Richtung an den Märkten als Motor oder Bremse wirkt, ist schon länger kein Grund mehr für Kurseinbrüche. Selbst der kräftige Rückgang des ifo-Geschäftsklimas im November auf den tiefsten Stand seit gut einem Jahr wurde vom Dax gelassen genommen. Hinzukaufen wollte hingegen kaum jemand. Allenfalls Einzelwerte wie Bayer oder die beiden Stahlaktien Salzgitter und Thyssen-Krupp wurden verstärkt geordert. Bayer überraschte am Donnerstag mit sehr robusten Zahlen, während der Stahlboom in China kein Ende zu finden scheint.

"Wir sehen in dieser hohen Widerstandskraft ein hoffnungsvolles Zeichen für die künftige Kursentwicklung", bilanzierte die Bankgesellschaft Berlin in einer Markteinschätzung. Charttechnisch gesehen habe sich eine überkaufte Marktsituation zurückgebildet, was als "gute Voraussetzung für einen erneuten Kursanstieg" interpretiert wurde. Neue Kaufsignale seien bislang aber ebenso ausgeblieben, mahnten die Analysten von Hsbc Trinkaus & Burkhardt in Düsseldorf.

Inflation Spricht FÜR Konstante Zinsen

Das fundamentale Umfeld für die Börsen ist daher trotz der Stimmungsverschlechterung in der Wirtschaft so günstig wie seit Monaten nicht mehr. Die Berliner Analysten führten den positiven Ertragstrend im dritten Quartal an und verwiesen auf die überwiegend niedrige Bewertung der meisten deutschen Aktien.

Nach dem jüngsten Rückgang der Inflationszahlen sei zudem das Risiko, dass die EZB mit steigenden Leitzinsen einen Ausbruch des Dax verhindern könnte, kleiner geworden. Angesichts des festen Euro sei frühestens im zweiten Quartal 2005 mit einer geldpolitischen Wende zu rechnen.

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