Woher "Naked Wife" kommt, ist noch unklar
Heilmittel gegen Viren

vwd SAN FRANCISCO. Antivirenspezialisten haben vor einem neuen Computervirus namens "Naked Wife" gewarnt. Der zerstörerische Massenwurm verbreitet sich automatisch über das E-Mail-Programm "Microsoft Outlook". Ist der Virus erst aktiv geworden, muss das gesamte System neu installiert werden.

Nach Informationen von CNET Network, San Francisco, sind bis Dienstagabend (Ortszeit) die Computersysteme von mindestens 68 Unternehmen und militärischen Einrichtungen in Europa und den USA befallen worden. CNET beruft sich in dem Bericht auf einschlägige Informationen von vier auf Antiviren-Software spezialisierten Unternehmen. "Naked.Wife rangiert bei uns auf Stufe drei von fünf möglichen Gefahrenstufen", sagte Andrea Wolf von Symantec (Deutschland) GmbH, Ratingen, am Mittwoch. Das Virus sei "nicht so wüst, richtet aber hohen Schaden an", sagte die Pressereferentin. Mit "Naked.Dam" existiert nach ihren Angaben auch bereits ein erstes Nachahmerprodukt. Der "Trittbrettfahrer" sei jedoch harmlos, versicherte Wolf.

Heilmittel gegen Virus

Auch gegen Naked.Wife habe das Symantec Antivirus Research Center (SARC) bereits ein Heilmittel gefunden. SARC-Mitarbeiter seien in vier Zeitzonen rund um die Uhr mit der Entdeckung und Entschärfung von Viren beschäftigt. "Sara" (Symantec Antivirus Research Automation), der auf die automatische Virenjagd spezialisierte Server des US-Unternehmens, habe rasch ein Gegenmittel "ausgespuckt". "Sara" filtert automatisch alle verdächtigen, von Symantec-Kunden eingeschickte Dateien auf Viren, sucht darin nach bereits bekannten Mustern und liefert die entsprechende Virensignatur zum Schutz vor dem jeweiligen Eindringling. "80 bis 85 Prozent der eingehenden Viren kann Sara eigenständig entlarven. Weiß sie keinen Rat, gibt sie Alarm und die menschlichen Mitarbeiter werden aktiv", erläutert Wolf.

Noch ist nach Informationen von CNET nicht klar, woher das neue Virus stammt. Richard Smith, Chief Technology Officer der Privacy Foundation, will jedoch einen Hinweis über die Identität des Urhebers entdeckt haben. Nach seinen Angaben findet sich im Anhang der E-Mail ein Name und ein Hinweis auf ein brasilianisches Unternehmen. Es sei aber nicht klar, ob es sich dabei wirklich um den Urheber handelt, oder ob der tatsächliche Täter nur eine falsche Spur legen wolle. Auch sei nicht geklärt, ob das Virus seinen Ursprung tatsächlich in militärischen Einrichtungen in den USA gehabt habe, wie am Dienstagnachmittag vermutet wurde. Möglich sei, dass einer der ersten Empfänger der verhängnisvollen Nachricht ein Armeeangehöriger gewesen sei.

User für Gefahr sensibilisieren

Patrick Nolan, Antivirus-Forscher im Notfallteam von McAfee, zeigte sich im Gespräch mit CNET erschüttert darüber, dass auch jetzt noch verdächtige E-Mail-Anhänge geöffnet werden. Andrea Wolf von Symantec Deutschland wundert sich darüber nicht: "Die Leute sind grundsätzlich für Gefahren sensibilisiert. Wenn aber wie im jüngsten Fall andere Sinne angesprochen werden, werden viele unvorsichtig. Überdies tarnt sich das Virus ja als elektronische Post eines Bekannten". Der Satz "meine Ehefrau hat noch nie so ausgesehen" ergänzt um das Emoticon ":)" sei mit Bedacht gewählt worden und wecke die Neugier des Empfängers.

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