Wohin mit dem vielen Geld?

Archiv
Wohin mit dem vielen Geld?

Es gibt sie noch, die Telekomkonzerne mit einer gut gefüllten Kriegskasse. Bis zu 10 Milliarden Schweizer Franken (rund 6,8 Milliarden Euro) könnte Jens Alder, Chef der Schweizer Telekomkonzern Swisscom, locker machen und für die Übernahme von Unternehmen ausgeben.

Davon sind allein 3 Milliarden Franken auf einem Guthabenkonto kurzfristig angelegt. Pures Understatement, wenn Alder dies "eine negative Nettoverschuldung" nennt. Das Geld ist also nicht sein Problem, sondern eher der Mangel an Möglichkeiten, Geld auszugeben. Der Swisscom-Chef findet partout kein Unternehmen, das zu dem Konzern passen würde.

Dabei gibt es genug Unternehmen, die nur darauf warten aufgekauft zu werden. Doch keines erfüllt seine Lehrbuch-Anforderungen: Das Unternehmen muss unter anderem gut geführt sein, der Preis muss stimmen, und die Übernahme muss auch strategisch Sinn machen. Alder bleibt also vorerst auf seinem Geld sitzen, was ihm aber auch nicht passt: "Wir sind zwar Schweizer, aber wir sind keine Bank", sagt der 44-Jährige, der seit Dezember 1999 im Swisscom-Chefsessel sitzt.

Noch hat er die Hoffnung auf ein gutes Kaufobjekt nicht aufgegeben, um aber zumindest einen Teil der Kriegskasse zu leeren, erwägt er den Rückkauf von Aktien. Auch das ist schließlich eine Art der Wertsteigerung für die Anteilseigner und von heutigem Zeitpunkt aus betrachtet zunächst allemal besser als der Kauf daniederliegender Unternehmen zum Schnäppchenpreis, die man mit viel Geld aufpäppeln müsste, um sie gewinnverbringend zu verkaufen.

Auch dieser Variante erteilt Alder eine Absage: "Wir sind kein Wagniskapitalgeber." Und für die richtig große Einkaufstour in der Telekombranche reichen 10 Milliarden Franken nun mal nicht. Dafür braucht man größere Summen und dann wird aus der negativen auch ganz schnell eine positive Nettoverschuldung. Und Unternehmen, die damit zu kämpfen haben, gibt es zur Zeit genug in der Telekombranche.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%