"Wohlhabender Kontinent"
UNO-Flüchtlingskommissar warnt Europa vor Abschottung

Reuters BRÜSSEL. Der UNO-Flüchtlingskommissar Ruud Lubbers hat am Dienstag die europäischen Staaten zu einer großzügigeren Flüchtlingspolitik aufgefordert. Lubbers sagte in Brüssel, Europa dürfe nicht zu einer Festung werden, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen abschotte. Auf die Frage, ob Europa den Problemen von Flüchtlingen genügend begegne, sagte er: "Nein...Wir schließen die Vorhänge...und sagen, es gibt hier kein wirkliches Problem." Europa sei ein sehr wohlhabender Kontinent, der beträchtliche Kapazitäten zur Aufnahme von Flüchtlingen habe. Es verfüge zudem über die finanziellen Möglichkeiten, andere Staaten in der Flüchtlingspolitik zu unterstützen, etwa Länder in Osteuropa.

Lubbers, der sein Amt im Oktober angetreten hatte, will am Donnerstag in Stockholm mit den EU-Justiz- und Innenministern über die Asyl- und Einwanderungspolitik der EU beraten. Viele Staaten der Union fordern strengere EU-Regeln in diesem Bereich. Sie fürchten, dass Einwanderer die UNO-Flüchtlingskonvention missbrauchen und aus rein wirtschaftlichen Motiven in den EU- Staaten kommen. Nach der Konvention soll kein Land einen Flüchtling in sein Heimatland abschieben, wenn diesem dort Verfolgung droht.

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