Wolfram Weimer wird "Welt"-Chef
Döpfner wird neuer Springer-Vorstandsvorsitzender

Mathias Döpfner, Chefredakteur von "Die Welt" und zuständig für das Internet beim Springer-Verlag, löst August Fischer zum 1. Januar 2002 ab.

ap BERLIN. Der 37 Jahre alte Mathias Döpfner wird Chef des größten deutschen Zeitungshauses, des Axel-Springer-Verlages. Döpfner, bisher Chefredakteur der Tageszeitung "Die Welt" und im Springer-Vorstand für das Internet zuständig, soll zum 1. Januar 2002 den 61 Jahre alten August Fischer ablösen, wie Aufsichtsrat und Vorstand des Verlags am Montagabend in Berlin mitteilten. Vorher hatte der bisherige stellvertretende Vorstandschef Claus Larass seinen Wechsel zur ProSiebenSAT.1 Media AG bekannt geben lassen. Larass galt lange als Kronprinz im Verlag, dann kam es aber nach Insiderberichten zu Spannungen mit Fischer. Das Ressort Zeitungen im Springer-Vorstand, das bislang Larass inne hatte, wird nun der designierte Vorstandschef Döpfner übernehmen. Dessen Amtszeit als "Welt"-Chefredakteur endet am 31. Oktober. Sein Nachfolger ist der 35 Jahre alte stellvertretende Chefredakteur Wolfram Weimer.

Der 55-Jährige Larass soll in der Senderfamilie aus ProSieben, SAT.1, Kabel 1 und N24 das Ressort "Information, Nachrichten und politische Sendungen" übernehmen. Larass war Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, ehe er 1998 in den Vorstand des Springer-Verlages aufstieg. Er galt lange als designierter Nachfolger des Vorsitzenden Fischer. Nach Branchenberichten soll der Verhältnis zwischen Fischer und Larass aber sehr kühl geworden sein. Nach einem Bericht des "Manager Magazins" hat es auch Spannungen zwischen der Verlegerwitwe Friede Springer und Larass gegeben. Larass galt nach dem Bericht als demontiert, seitdem Fischer den Internet-Vorstand Mathias Döpfner als Nachfolger favorisiere.

Der Springer-Aufsichtsrat würdigte die Verdienste, die sich Larass in den fast 20 Jahren seiner Zugehörigkeit zum Verlag erworben habe. Springer verliere einen ausgezeichneten Journalisten, einen erfolgreichen Zeitungsvorstand und einen großartigen Kollegen. Nach einer glänzenden Verlagskarriere als einfühlsamer Gestalter von Zeitungen und Zeitschriften werde sich Claus Larass nun einer neuen großen Herausforderung innerhalb der Medienbranche stellen, erklärte der Springer-Aufsichtsrat. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hatte Larass auch mit dem Verlag Gruner und Jahr über einen Wechsel verhandelt, was Springer aber nicht zulassen wollte. Bei ProSieben soll Larass das Nachrichtenprofil schärfen.

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