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Wolfsburg beeindruckt Klinsmann gegen Bochum

Jürgen Klinsmann hatte einen guten Riecher. Der Bundestrainer und sein Assistent Joachim Löw fuhren vom DFB-Bundestag in Osnabrück nicht zum benachbarten Meister nach Bremen, sondern in die niedersächsische Provinz nach Wolfsburg.

dpa WOLFSBURG. Jürgen Klinsmann hatte einen guten Riecher. Der Bundestrainer und sein Assistent Joachim Löw fuhren vom DFB-Bundestag in Osnabrück nicht zum benachbarten Meister nach Bremen, sondern in die niedersächsische Provinz nach Wolfsburg.

Dort begeisterte der einheimische VfL beim 3:0 über den neuen Abstiegskandidaten VfL Bochum eine Halbzeit lang die prominenten Besucher und 20 187 Zuschauer mit einer meisterlichen Leistung. "Es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzusehen, ich bin beeindruckt. Vom wunderschönen Stadion, der tollen Stimmung und der Entwicklung des Vereins", kommentierte Klinsmann seinen Antrittsbesuch beim Überraschungsteam der Saison.

1997, als Klinsmann seine Karriere beendete, stieg der VfL Wolfsburg in die Bundesliga auf. Jetzt reihte sich die Mannschaft von Trainer Erik Gerets mit dem siebten Sieg im neunten Spiel endgültig in den Kreis der ernsthaften Titelanwärter ein. "21 Punkte, diese Zahl ist sehr angenehm, und wir haben sie fast alle verdient. Aber ich lasse mich nicht verrückt machen", sagte Gerets mit Blick auf das Spitzenspiel beim FC Bayern München. Selbst bei einer Niederlage bleibt sein Team in der Tabelle vor dem Rekordmeister.

"Wir können gar nicht defensiv spielen, sondern suchen den Weg nach vorn", erläuterte Wolfsburgs einziger deutscher Nationalspieler Thomas Brdaric den Angriffswirbel seines Teams. Nach der 0:3-Pleite in Hannover zeigten die "Wölfe" unter der Regie des Argentiniers Andres D'Alessandro (Klinsmann: "Eine Augenweide") die erhoffte Trotzreaktion. Brdaric gelang zwar in Anwesenheit des Bundestrainers erneut nicht das erste Heimtor. Er überzeugte aber als exzellenter Vorbereiter bei den Treffern von Pablo Thiam (27.), Diego Klimowicz (40.) und D'Alessandro (42.). "Seine Rolle im Verein ist anders als im Nationalteam. Brdaric war permanent in Bewegung, er hat gut gespielt", lobte Klinsmann den Angreifer.

Wolfsburgs Torhüter Simon Jentzsch hatte gegen die erschreckend harmlosen Bochumer wenig Gelegenheiten, sich für das Nationalteam zu empfehlen. Er verrichtete seinen Job gewohnt zuverlässig und betätigte sich als Sprachrohr des Trainers. "Wir haben zu überheblich gespielt", kritisierte Jentzsch das Nachlassen nach der Pause, das auch Gerets missfiel: "Wir hätten das Publikum noch mehr verwöhnen können." Aus der Startelf muss in München ein Spieler auf die Bank, denn der gesperrte Abwehrchef Kevin Hofland kehrt zurück. "Kevin spielt, ich werde mir etwas einfallen lassen", versprach Gerets.

Sein Kollege Peter Neururer muss sich beim VfL Bochum sehr vieles einfallen lassen. Nach der vierten Niederlage in Serie und dem neunten Pflichtspiel ohne Sieg ist das Überraschungsteam der vergangenen Saison erstmals unter seiner Regie auf einem Abstiegsplatz gelandet. Dennoch hielt Neururer am Saisonziel "einstelliger Tabellenplatz" fest: "Erst wenn wir am Dienstag gegen Mönchengladbach nicht gewinnen, geht es nur noch um Punkte gegen den Abstieg." Manager Dieter Meinhold beurteilte die Lage anders und realistischer: "Spätestens jetzt befinden wir uns im Abstiegskampf."

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