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Wolfsburgs Petrow im Rausch - Mainz verliert drei Profis

Die Wolfsburger Fans feierten „Martinstag“ und genossen nach einem dramatischen Fußball-Nachmittag weiter den Höhenrausch in der Bundesliga. Mit seinen vier Toren zum 4:3 (2:2) über den FSV Mainz 05 rettete Martin Petrow dem VfL im Alleingang die Tabellenführung.

dpa WOLFSBURG. Die Wolfsburger Fans feierten "Martinstag" und genossen nach einem dramatischen Fußball-Nachmittag weiter den Höhenrausch in der Bundesliga. Mit seinen vier Toren zum 4:3 (2:2) über den FSV Mainz 05 rettete Martin Petrow dem VfL im Alleingang die Tabellenführung.

"Wenn es gut läuft, können wir uns länger oben festsetzen", sagte der Stürmer, gab als Saisonziel aber weiterhin noch Platz fünf aus. Die Freude über Platz eins wurde nur durch die Absage von Wunschkandidat Marco Bode getrübt. Der Ex-Nationalspieler lehnte aus "persönlichen und privaten Gründen" den vakanten Sportdirekter ab. -Posten "Wir respektieren diese Entscheidung und setzen die Gespräche mit anderen Kandidaten planmäßig fort", sagte der VfL- Aufsichtsratsvorsitzende Lothar Sander.

Am Tag zuvor lieferten sieben Jahre, nachdem Wolfsburg sich am letzten Zweitliga-Spieltag mit 5:4 über Konkurrent Mainz den Bundesliga-Aufstieg gesichert hatte, beide Teams erneut ein denkwürdiges Spiel ab. Im Mittelpunkt: Der 25-jährige Bulgare Petrow, der auf dem Rasen der Volkswagen-Arena alle Kollegen mitriss, den größten Tag seiner Profikarriere danach aber mit gesenktem Blick bescheiden kommentierte und Mitleid für Nationalspieler Thomas Brdaric äußerte, der auch die dicksten Chancen ausgelassen hatte.

"So ist eben Fußball. Ich habe vier Tore gemacht, er keines. Im nächsten Spiel macht er dann zwei oder drei", sagte Petrow, dem sein überschäumendes Temperament zunächst nur eine Gelbe Karte wegen Meckerns eingebracht hatte. Auch darin erinnerte der Linksfuß an seinen großen Landsmann, den jetzigen Nationaltrainer Hristo Stoitschkow. "Ich muss mich kontrollieren. Am Sonntag muss ich bestimmt eine Strafe zahlen", sagte Petrow schmunzelnd.

"Solange er seine Energie in das Sportliche investiert hat, hat er das überragend getan", kommentierte Trainer Erik Gerets mit wohl gewählten Worten die sensationelle Leistung. Nach dem Rückstand durch Mathias Abel (15.) und Conor Casey (17.) verwandelte Petrow einen Foulelfmeter (44.), schob zum 2:2 ein (45.+1.), behielt bei einem Handelfmeter erneut die Nerven (57.) und entzückte schließlich per Volleyschuss (62.) die Wolfsburger unter den 25 000 Fans. Mainz verkürzte trotz Unterzahl durch Christof Babatz (75.) und sorgte für eine spannende Schlussphase. "Ein verrücktes Spiel, das halte ich keine zehn Jahre durch", stöhnte VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs.

Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp trug den Verlust der drei Punkte mit Fassung, den Verlust dreier Spieler dagegen weniger. Bei Regisseur Mimoun Azaouagh wurde nach einem Zusammenprall mit einem Mitspieler ein Kreuzbandanriss festgestellt. Er soll am 4. November operiert werden und fällt mehrere Monate aus. Abel erlitt bei einem Zusammenprall ebenso wie VfL-Torjäger Diego Klimowicz eine Gehirnerschütterung und blieb in einem Wolfsburger Krankenhaus, weil sogar ein Schädelbasisbruch zunächst nicht ausgeschlossen wurde. Der für Azaouagh gekommen Jürgen Kramny sah Rot für ein Handspiel auf der Torlinie (56.).

"Ohne die beiden Verletzten und Rot für Kramny ginge es uns besser. Selbst ein Sieg wäre zu teuer erkauft gewesen", sagte Klopp, dem die Moral seiner Mannschaft, aber nicht das taktische Verhalten gefallen hatte. Linksverteidiger Marco Rose kritisierte: "Wir haben nach dem 2:0 ein bisschen das Fußballspielen eingestellt."

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