Woran orientieren sich Manager in der Info-Flut?
Weniger wissen, schneller entscheiden

Morgens FAZ und Handelsblatt lesen, abends in WirtschaftsWoche und Spiegel schmökern: Selten konnten Entscheider aus Wirtschaft und Politik sich so gut informiert fühlen wie heute. Und während Otto Normalverbraucher in der Informationsflut zu ertrinken droht, reiten Spitzenmanager souverän auf den Wogen des Wissens und treffen auf dieser Grundlage weise Entscheidungen. So weit das Klischee. Eine aktuelle Studie belehrt uns eines Besseren: Das ganze Expertenwissen ist für die Katz. Die meisten Manager entscheiden einfach aus dem Bauch heraus.

spf DÜSSELDORF. Manager empfinden das Medienangebot oft eher als Belastung als als Hilfe. So lautet das Ergebnis einer Studie des Kölner Marktforschungsinstitutes Rheingold unter 60 Entscheidungsträgern aus unterschiedlichen Branchen.

Die Bilder- und Informationsflut zwinge die Entscheider regelrecht zum Nachdenken. Und gerade das kommt den meisten offenbar alles andere als gelegen: Je mehr Argumente auf sie einprasseln, desto stärker fühlen sie sich in ihrer Entschlusskraft gelähmt.

Daher beweisen die Manager Mut zur selektiven Wahrnehmung. Das verkürzt ihrer Ansicht nach den Entscheidungsprozess. Entscheidungsträger neigen demnach dazu, die Infoflut zu kanalisieren - und manches einfach zu ignorieren.

Mediennutzung als Griff in die Stimmungsapotheke

Was Manager sich hingegen von den Medien versprechen, sei häufig viel banaler. Wer die FAZ lese, wolle liebend gerne als kluger Kopf erkannt werden, und wer den Spiegel unterm Arm trage, möchte demonstrativ auf der Höhe der Zeit sein.

Zwar möchten Entscheider durch das Lesen einschlägiger Wirtschaftstitel auch ihr Expertenwissen und ihre Kompetenz erhöhen und sich mit Denkanstößen versorgen. Noch mehr diene den meisten die tägliche Lektüre jedoch als Selbstvergewisserung. "Geistigen und emotionalen Halt" suchten die Manager laut Studie bei "ihren" Medien - und finden ihn vor allem bei ihrer lokalen Tageszeitung. "Ihre Lektüre wirkt als beruhigender Puffer vor den befremdlichen Entwicklungen des Tages", konstatieren die Autoren der Studie.

Sollten diese Entwicklungen dann doch befremdlicher werden, als es dem Wohlbefinden gut tut, verordnet sich die Mehrzahl der Führungskräfte laut Studie einen Griff in die Stimmungsapotheke. Insbesondere das Radio empfinden die meisten demnach als Medium, das entspannte Stimmungen vertieft, aber auch die Arbeitsfähigkeit aufrecht erhält. Na dann: Radio an!

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