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World Trade Center war komplett versichert

Offizielle Stellen haben am Freitag Angaben als falsch zurückgewiesen, wonach das durch die Flugzeug-Attacken völlig zerstörte World Trade Center in New York nur teilweise versichert war.

rtr NEW YORK. Die Versicherung werde den wirtschaftlichen Schaden komplett übernehmen, sagte ein Sprecher der Hafenbehörde der US-Bundesstaaten New York und New Jersey, der Eigentümerin des Gebäudes. Der Leiter des Finanzausschusses des US-Repräsentatenhauses, Michael Oxley, hatte gesagt, es könne sein, dass nur einer der beiden Türme des Gebäude versichert gewesen sei. "Dies ist eine bizarre Unterstellung, und sie ist unwahr", sagte der Behördensprecher dazu. Einer der Pächter des World Trade Centers teilte mit, er wolle den Komplex wiederaufbauen helfen.

In einer Mitteilung erklärte die Hafenbehörde, sie werde trotz Einnahmeverlusten weiter ihren Kreditverpflichtungen nachkommen. Nach Angaben der internationalen Ratingagentur Fitch ist die Behörde mit rund 5,7 Mrd. Dollar verschuldet. Der Chef der Hafenbehörde, Neil Levin, gilt seit dem Terror-Anschlag auf das World Trade Center von Dienstag als vermisst.

Der New Yorker Immobilienmagnat Larry A. Silverstein (70) und die Shopping-Center-Immobilienfirma Westfield America hatten ein 99- jähriges Mietabkommen mit der Besitzerin des World Trade Center geschlossen, der zwischenstaatlichen Behörde Port Authority of New York and New Jersey. Der Behörde gehören neben dem World Trade Center auch Flughäfen, Brücken und Tunnels im Großraum New York.

Die Silverstein-Gruppe hatte zunächst eine Anzahlung von 100 Mill. $ hinterlegt und bei Vertragsschluss im Juli weitere 563 Mill. Dollar gezahlt, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Der Rest der 3,2 Mrd. $ sollte von der Gruppe durch Mietzahlungen der im World Trade Center angesiedelten vielen hundert Unternehmen hereingeholt werden.

Die Wolkenkratzer mit einer Fläche von rund einer Million Quadratmeter im Finanzdistrikt im Süden Manhattans waren der mit Abstand größte New Yorker Immobilienkomplex. Der New Yorker Gouverneur George E. Pataki hatte jahrelang auf dieses Geschäft gedrängt. Ein Direktverkauf an Silverstein war wegen Auflagen bei der Finanzierung des vor 30 Jahren gebauten Riesenkomplexes nicht möglich gewesen. Deshalb war das Leasing- Abkommen für die Überführung der Kontrolle des World Trade Center in private Hände gewählt worden. Silverstein hatte bereits seit geraumer Zeit das ebenfalls am Dienstag zusammengebrochene Bürohochhaus mit der Nummer 7 des World Trade Center in seinem Besitz.

"Es wäre die Tragödie der Tragödien, diesen Teil New Yorks nicht wieder aufzubauen", sagte Larry Silverstein der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" am Freitag. Den Terroristen dürfe nicht der Eindruck vermittelt werden, gesiegt zu haben. Er fühle eine moralische Verpflichtung, an dem Wiederaufbau mitzuhelfen. Der 70 Jahre alte New Yorker Bauplaner schlug zudem vor, auf dem Komplex eine Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags zu errichten.

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