Worldcom: EU-Kommission hat falsche Vorstellungen
Worldcom will EU-Blockade der Sprint-Fusion nicht hinnehmen

Reuters CLINTON. Der US-Telekomkonzern Worldcom will beim Europäischen Gerichtshof Berufung gegen die Entscheidung der EU-Kommission einlegen, die geplante Fusion von Worldcom mit dem Konkurrenten Sprint zu untersagen. Worldcom begründete den Schritt heute in Clinton (US-Bundesstaat Mississippi) damit, dass bei der Kommission fundamentale Missverständnisse darüber vorlägen, wie Internetdienstleistungen bereit gestellt würden. Die Kommission zeigte sich dagegen überzeugt, dass der Europäische Gerichtshof ihren Beschluss bestätigen werde. Die zwei Konzerne hatten Mitte Juli auf Einsprüche der Aufsichtsbehörden reagiert und ihre geplante Fusion aufgegeben.

Worldcom-Berater Michael Salsbury sagte, die EU-Kommission habe grundsätzlich einen falschen Eindruck darüber, wie Internetdienstleistungen bereit gestellt würden und wie stark der Wettbewerb auf den Internet-Marktplätzen sei. "Die Auswirkungen der EU-Entscheidung auf Worldcom, auf unsere Kunden und auf die Internet-Branche zwingen uns, in Berufung zu gehen, womit diese Entscheidung keine Basis für künftige Aktionen oder Initiativen der Kommission sein wird." Es sei wichtig, dass die Entscheidung der EU-Kommission überprüft und annulliert werde, womit sie keine Auswirkung auf die dynamische Entwicklung des europäischen und globalen Telekommunikations- und Internet-Marktes habe.

Kommissionssprecherin Amelia Torres sagte, die Entscheidung der Kommission sei richtig, sie werde jedem Einspruch standhalten. Die Kommission sei allerdings von der Berufung formell nicht informiert worden.

Worldcom und Sprint hatten im vergangenen Herbst ihren Zusammenschluss angekündigt, der mit einem Volumen von 120 Mrd. $ eine der größten Fusionen der Industriegeschichte gewesen wäre. Das US-Justizministerium hatte im Juni ein Gerichtsverfahren gegen die Fusion angekündigt, weil der Zusammenschluss den Wettbewerb im Internet- und Ferngesprächs-Geschäft gefährde. Die Europäische Kommission als Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union hatte das Vorhaben aus ähnlichen Gründen Ende Juni untersagt. Nach diesen Einsprüchen hatten die beiden Unternehmen die Fusion abgebrochen.

Die beiden Konzerne kamen 1999 auf einen Umsatz von zusammen genommen mehr als 50 Mrd. $ (über 105 Mrd. DM) und hätten mit einem Ferngesprächsanteil von 30 % in den USA Branchenführer AT&T Konkurrenz gemacht.

An der US-Technologiebörse Nasdaq schlossen Worldcom gestern mit 26-1/16 $. Sprint gingen mit 26-1/2 $ aus dem Handel.

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