WorldCom folgt dem Beispiel von AT&T
WorldCom spaltet sich in zwei Geschäftsbereiche auf

Der Telekomriese gab gleichzeitig niedrigere Gewinn- und Umsatzschätzungen für das vierte Quartal 2000 und das kommende Jahr bekannt.

dpa NEW YORK. Der amerikanische Telekomriese WorldCom Inc. will umstrukturieren und seine Geschäfte in zwei separate Sparten einbringen. Diese werden jeweils eigene Aktien erhalten. Die WorldCom teilte ihre Pläne am Mittwoch mit. Die Gesellschaft gab gleichzeitig niedrigere Gewinn- und Umsatzschätzungen für das vierte Quartal 2000 und das kommende Jahr bekannt. WorldCom folgt mit der Aufspaltung dem Beispiel des Branchenführers AT&T, der sich in vier Einzelfirmen teilen will.

Die rasch wachsenden Geschäftsbereiche Datenübertragung, Internet, Web-Dienstleistungen für Unternehmen sowie das internationale Geschäft mit einem Jahresumsatz von insgesamt 23 Milliarden Dollar sollen als WorldCom weiter geführt werden.

World-Com, der zweitgrößte US-Ferngesprächskonzern nach AT&T, hofft offensichtlich, dass die neuen Aktien dieser Sparte von stärkeren Wachstumsaussichten profitieren werden und nicht mehr vom stagnierenden regulären Telefongeschäft gehemmt werden.

Das Telefongeschäft mit den Verbrauchern und kleinen Firmen, der Internetzugang über Telefonanwahl sowie das Telefon- Großhandelsgeschäft mit anderen Kunden geht an die neue MCI. MCI wird es auf einen Umsatz von rund 16 Milliarden Dollar bringen. Im amerikanischen Ferngesprächsmarkt gibt es harte Preiskämpfe und stark gedrückte Gewinne. MCI hat aber erhebliche laufende Einnahmen und wird Dividenden von jährlich 300 Millionen Dollar ausschütten.

Es werden sowohl für WorldCom als auch für MCI so genannte "Tracking"-Aktien herausgegeben. Sie sind eine amerikanische Besonderheit. Besitzer dieser Papiere werden am Gewinn des Geschäfts beteiligt, aber nicht an den Vermögenswerten. Die WorldCom Inc. bleibt somit Besitzerin aller Vermögenswerte der beiden Einzelsparten.

Aktien sind inzwischen scharf eingebrochen

Die WorldCom-Aktionäre sollen 100 Prozent der MCI-Tracking-Aktien bekommen. Sie erhalten eine MCI-Aktie je 25 der jetzigen WorldCom- Aktien. Anschließend werden die WorldCom-Aktien in Tracking-Aktien der WorldCom-Sparte umgewandelt.

Bernard C. Ebbers bleibt Firmenchef der Gruppe. Die WorldCom- Umstrukturierung wird den Aktionären "zwei unterschiedliche, klare und überzeugende Investmentmöglichkeiten bieten", erklärte Ebbers. Die Aktien hatten ein Zwölfmonatshoch von 61,33 Dollar verbucht, sind aber inzwischen scharf eingebrochen. Am Mittwoch haben sie im vorbörslichen Handel weiter von 23,75 Dollar auf 21 3/8 Dollar nachgegeben.

WorldCom rechnet wegen des harten Wettbewerbs, erhöhten Investitionen und anderen Faktoren jetzt nur noch damit, dass der Konzernumsatz im vierten Quartal 2000 um sieben bis neun Prozent wachsen wird. Die WorldCom-Sparte wird um zwölf bis 14 Prozent zulegen, während des MCI-Geschäft stagnieren wird. Im kommenden Jahr dürfte WorldCom um zwölf bis 15 Prozent wachsen, während der MCI- Umsatz stagnieren oder um bis zu zwei Prozent fallen wird. Die Gewinnerwartungen wurden ebenfalls deutlich zurück geschraubt.

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