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Woronins Torshow rettet Bayer den Sieg

Der dritte Trumpf im Angriffspoker hat gestochen. Nicht Dimitar Berbatow oder „Tormaschine“ Franca, sondern Ersatzstürmer Andrej Woronin hat Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga zum vierten Sieg geschossen.

dpa LEVERKUSEN. Der dritte Trumpf im Angriffspoker hat gestochen. Nicht Dimitar Berbatow oder "Tormaschine" Franca, sondern Ersatzstürmer Andrej Woronin hat Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga zum vierten Sieg geschossen.

"Das ist ein super Gefühl. Ich habe immer gehofft, dass ich meine Chance bekomme", sagte der ukrainische Nationalstürmer, der sein Team mit drei Treffern zum 3:2 (0:1)-Erfolg gegen Arminia Bielefeld geführt hat. "Da habe ich mit seinem Einsatz wohl keinen Fehler gemacht. Woronin hat seine Chance genutzt", befand Bayer-Coach Klaus Augenthaler nach dem hart umkämpften Sieg gegen den kecken Aufsteiger.

Der 25 Jahre alte Neuzugang vom 1. FC Köln stand vor seinem großen Auftritt lange Zeit im Schatten des überragenden Duos Berbatow/Franca. "Darum war es für mich auch ein besonderes Gefühl. Ich wollte endlich zeigen, was ich kann. Es war ja erst mein zweiter Einsatz von Beginn an", meinte Woronin. Nach dem Bielefelder Führungstreffer durch Delron Buckley (20.) kippte die Partie mit zwei Woronin-Treffern binnen vier Minuten (50./54.), ehe Fatmir Vata (72.) noch einmal der Ausgleich gelang (72.). Nach Vorarbeit von Bernd Schneider gelang dem Bayer-Mittelstürmer dann zwölf Minuten vor Ende der 3:2-Siegtreffer.

Augenthaler, der auch mit der Einwechslung des gut aufgelegten und an allen drei Toren beteiligten Paul Freier ein glückliches Händchen bewies, begründete den Einsatz seines neuen Torjägers nachhaltig. "Ich muss den Spielern auf der Bank doch gerecht werden. Franca hat seine Leistung zuletzt nicht gebracht", sagte der Leverkusener Coach. So nutzte Woronin seine Chance, erzielte erstmals in seiner Profikarriere drei Treffer in einem Spiel und tankte reichlich Selbstvertrauen. "Von mir aus kann es so weitergehen. Ich hoffe, dass ich es jetzt geschafft habe", meinte der Ukrainer, der zuvor erst sechs Bundesligatore auf seinem Konto hatte.

Mit seiner Tor-Gala hat Woronin die nunmehr 14 Pflichtspiele in Serie vor eigenem Publikum unbesiegten Leverkusener auch vor dem Absturz in die Mittelmäßigkeit bewahrt. Die Ostwestfalen waren nahe dran, zumindest einen Punkt aus der Bayarena zu entführen. "Das war die stärkste und disziplinierteste Mannschaft, die hier aufgetreten ist", sagte Trainer Augenthaler. Und in Real Madrid und dem FC Bayern München haben immerhin schon europäische Spitzenteams in Leverkusen ihre Visitenkarte abgegeben.

Die erstaunlich starken Bielefelder konnten trotz der Niederlage erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. "Ich denke, dass wir wesentlich zu einem guten Spiel beigetragen haben. Und man hat gesehen: Im Prinzip können wir jeden schlagen", sagte Trainer Uwe Rapolder. Angreifer Delron Buckley meinte: "Wir haben uns gegen einen Champions-League-Teilnehmer wirklich gut präsentiert." Mit 14 Punkten rangieren die Arminen in der Tabelle nur einen Punkt hinter Bayer und wahrten den Sicherheitsabstand zur Abstiegszone. "Damit können wir gut leben", befand Rapolder.

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