Worrack erstmals Meisterin
Zabel radelt als Solist zum zweiten Titel

Erik Zabel trägt das Trikot des deutschen Meisters bei der 90. Tour de France ab Samstag in Paris. Mit einem beeindruckenden Alleingang holte sich der Weltranglisten-Erste am Sonntag in Spalt zum zweiten Mal nach 1998 das nationale Championat.

HB/dpa SPALT. Der 32-Jährige sorgte südlich von Nürnberg zudem für den elften aufeinanderfolgenden Sieg des Team Telekom bei deutschen Meisterschaften. Mit einem 40 km langen Solo demonstrierte Zabel dabei, dass er nicht nur exzellent sprinten kann.

"Ich habe mein Herz einfach mal ein bisschen in beide Hände genommen und bin einfach losgefahren. Es war für mich erstaunlich, dass der Abstand immer größer wurde", sagte er nach seinem Triumph: "Ich war erst zwei oder drei Mal vorher in so einer Situation."

In Abwesenheit von Olympiasieger Jan Ullrich, der bei seiner schwangeren Lebenspartnerin Gaby Weis weilt, siegte Zabel mit fast zwei Minuten Vorsprung vor Patrik Sinkewitz. Dem in Belgien tätigen Jung-Profi aus der Nähe von Fulda folgten Gerolsteiner-Fahrer Fabian Wegmann aus Münster und Zabels Teamkollege Stephan Schreck. Bei hochsommerlichen Temperaturen mussten die Fahrer 175,2 km auf einem anspruchsvollen Kurs bewältigen. Auf jeder der zwölf Runden mussten zwei Anstiege mit bis zu zwölf Prozent Steigung gemeistert werden.

Den ersten Ausreißversuch startete Zeitfahr-Spezialist Michael Rich vom Team Gerolsteiner. Rich fuhr fast drei Minuten Vorsprung auf das Feld heraus, wurde allerdings ebenso eingefangen wie ein Quartett, das ihn zwischenzeitlich in der Führung abgelöst hatte. Bei "Halbzeit" löste sich aus dem schon geschrumpften Feld Telekom-Profi Torsten Hiekmann und lag ebenfalls bis zu drei Minuten vor den Verfolgern. Der letztjährige "Vize" Uwe Peschel von Gerolsteiner und Schreck holten ihn aber ein.

"Das ist ein regelrechtes Ausscheidungsfahren", sagte Titelverteidiger Danilo Hondo, der wegen seines Fingerbruchs von der Deutschland-Tour fehlte. Auch der erkältete Lokalmatador Matthias Kessler und Jörg Jaksche vom spanischen Once-Team, der von einem Höhentrainingslager in St. Moritz gekommen war, verzichteten auf die Teilnahme. Beide starten am Samstag bei der Tour de France. Das tut auch Zabel, der drei Runden vor Ende dennoch attackierte. Der gebürtige Berliner hängte sogar Weggefährte Schreck ab und ließ sich nach dem 3. Rang im Vorjahr den Sieg nicht mehr nehmen.

Bei den Frauen triumphierte erstmals Trixi Worrack aus Cottbus und sicherte der Equipe Nürnberger erneut den Titel. Die 21 Jahre alte Junioren-Vize-Weltmeisterin von 1999 gewann nach 102,2 km den Spurt einer fünfköpfigen Ausreißergruppe vor Christiane Soeder (Stuttgart) und Tina Liebig (Gera). Titelverteidigerin Judith Arndt, ebenfalls vom Team Nürnberger, zählte am Ende nicht mehr zur Spitze und landete auf Platz 16. "Ich wusste, dass mir der Kurs liegt. Wir hatten uns schon auf Judith und mich konzentriert, um eine Medaille abzuholen", meinte die 1,60 m kleine und 50 kg leichte Trixi Worrack.

Teamkollegin Hanka Kupfernagel, die schon fünf Mal Meisterin war, spielte nach einem frühzeitigen Ausreißversuch keine Rolle mehr und stieg aus. Auch Petra Roßner musste ihre Hoffnungen frühzeitig begraben. Die Olympiasiegerin von 1992 stürzte bereits in der zweiten von sieben Runden und gab auf.

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