"Worst-Case-Szenario für den Devisenmarkt"
Euro verliert deutlich nach EZB-Zinsentscheidung

Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Leitzinsen unverändert zu lassen, hat der Euro am Mittwoch deutlich an Wert verloren.

dpa-afx FRANKFURT. Während die Gemeinschaftswährung bis zur Zinsentscheidung um die Marke von 89 US-Cent notierte, verlor sie danach etwa 0,5 US-Cent. Gegen 16.30 Uhr notierte die Devise in Frankfurt bei 0,8844. Die EZB hatte am Nachmittag den Referenzkurs auf 0,8840 (Dienstag: 0,8945) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,2125 (2,1865) DM.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die Notenbank die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6179 (0,6199) britische Pfund, 109,80 (111,34) japanische Yen und 1,5224 (1,5275) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete zum Londoner Nachmittagsfixing 257,70 $ (256,95).

"Die heutige Entscheidung der EZB war wirklich das Worst-Case-Szenario für den Devisenmarkt", sagte Patrick Laub, Devisenhändler bei der Helaba in Frankfurt. Für den Euro sei damit ein Abwärtstrend vorgegeben. Jedoch sollte dieser bei etwa 87 US-Cent begrenzt werden, fügte Laub hinzu. "Man darf nicht vergessen, dass die Euro-Handelsspanne in diesem Jahr relativ konstant zwischen 87 und 94 US-Cent gelegen hat", sagte der Experte. Der Euro könnte allerdings wieder aufholen, wenn wieder schwächere Konjunkturdaten aus den USA veröffentlicht würden.

Zinssenkung wäre logische Konsequenz gewesen

"Wir hatten im Vorfeld mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte gerechnet", sagte Carsten Klude, Volkswirt von M.M. Warburg Investment in Hamburg. Die Mehrheit der Investoren hatte eine Senkung erwartet und sei deshalb enttäuscht. "Die Wirtschaftsindikatoren in der Eurozone hatten sich in der jüngsten Zeit deutlich eingetrübt." Eine Zinssenkung wäre deshalb eine logische Konsequenz gewesen.

Der Euro dürfte nach dieser Entscheidung die jüngsten Tiefstände wieder antesten. Mittelfristig rechnet Klude dennoch mit weiteren Zinsschritten. "Wir erwarten, dass zum Jahresende der Leitzinssatz bei 4,00 % liegen wird", fügte er hinzu. Ob die Gemeinschaftswährung neue Allzeittiefs markiert, hängt für Helaba-Analyst Laub davon ab, ob die EZB in absehbarer Zeit ihre Leitzinsen senkt oder nicht.

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