Wortgefecht
Gore und Clinton schoben sich gegenseitig Schuld an Wahlschlappe zu

Wenige Tage, nachdem der knappe Sieg von George W. Bush bei der Präsidentenwahl in den USA feststand, haben sich der unterlegene Kandidat Al Gore und der damalige Präsident Bill Clinton gegenseitig die Schuld für die Schlappe zugewiesen.

dpa WASHINGTON. Bei einem Treffen Ende Dezember sei klar geworden, wie stark das Verhältnis zwischen Clinton und dessen Vize durch die Lewinsky-Affäre beschädigt worden sei, berichtete die "Washington Post" am Mittwoch.

Das Blatt zitierte informierte Kreise, nach denen sich die einstigen Freunde ein "schonungsloses" Wortgefecht geliefert haben. Gore habe selbst um das Treffen ersucht und dabei seinem bisherigen Chef "mit Entschiedenheit" vorgeworfen, dass der Sexskandal und die schlechte öffentliche "Benotung" von Clintons Charakter seinem Wahlkampf geschadet hätten. Clinton sei zunächst betroffen gewesen, habe dann aber mit gleicher Direktheit geantwortet. Sein Vorwurf an Gore: Der Vize habe es versäumt, Kapital aus den Errungenschaften der Clinton-Regierung zu schlagen.

Von dem Zweiergespräch habe auch im Weißen Haus kaum jemand gewusst, heißt es in der "Washington Post" weiter. Vor der Begegnung hätten Clinton und Gore das ganze Jahr über nur wenig miteinander gesprochen. Es habe den Anschein gehabt, dass der Vize nach der Wahlniederlage froh gewesen sei, seinem Herzen Luft machen zu können.

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