Wowereit will schnelle Neuordnung bei Bankgesellschaft
Aufsichtsamt schockiert über Berliner Bankchef

Ungewohnt heftig hat der Chef der Bankenaufsicht, Joachim Sanio, den Vorstandschef der Bankgesellschaft Berlin AG, Wolfgang Rupf, kritisiert. Der hatte in einem Interview gesagt, ohne die Hilfe des Landes sei das Institut konkursgefährdet. "Ich war schockiert, als ich davon gelesen habe", sagte Sanio auf der Jahrespressekonferenz des Bundeaufsichtsamtes für das Kreditwesen (BAKred) in Bonn. Solche Äußerungen erschwerten die Sanierung, weil die Kapitalmärkte sensibel darauf reagierten.

cd/mhm BONN/BERLIN. Berlin hatte bereits zuvor zugesagt, die von der Bankenaufsicht geforderte Kapitalerhöhung von 2 Mrd. Euro auch alleine zu tragen. Sanio schloss eine Pleite aus, solange das Land die Zusage einhalte. Sanio forderte alle Großaktionäre auf, sich an der Sanierung der Bankgesellschaft zu beteiligen.

Berlins neuer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bekräftigte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass man das Geld bereitstellen werde. Auf die Frage, ob Rupf abgelöst werde, sagte Wowereit, eine Nachfolgefrage stehe nicht an und fügte hinzu: "Wir müssen erst wissen, wie es mit der Bankgesellschaft insgesamt weitergeht. Danach sind auch Personalfragen zu entscheiden." Vordringlich sei jetzt die zügige Klärung der künftigen Eigentümerstruktur der Bank, an der das Land 56,62 %, die NordLB 20 % und die Parion-Versicherung 7,5 % halten. Für gestern Abend war in Berlin ein Spitzengespräch mit der NordLB angesetzt.

Entschieden wies Bankenaufseher Sanio Kritik zurück, sein Amt habe auf die Bankschieflage zu spät reagiert. In sieben Jahren habe es 13 Sonderprüfungen gegeben, normal sei eine Routineprüfung alle drei bis vier Jahre. Das sei "einmaliger deutscher Rekord" .

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%