„WTO-Klage geht weiter“
EU lobt Ausnahmen von US-Schutzzöllen

Im Stahlstreit mit den USA hat die Europäische Kommission am Freitag die jüngsten Ausnahmen von den amerikanischen Handelsbeschränkungen begrüßt.

dpa/HB BRÜSSEL. Nach der US-Entscheidung vom Vortag sei mehr als die Hälfte der EU-Exporte von den Handelssanktionen ausgenommen. Eine bedeutende Reihe von Produkten unterliege aber weiterhin den illegalen Schutzzöllen, erklärte die Behörde in Brüssel. Deshalb werde die EU ihre Klage bei der Welthandelsorganisation WTO fortsetzen.

Mitte September sollten die EU-Staaten erneut über Gegenmaßnahmen entscheiden, sagte ein EU-Experte. Bis dahin wolle die Kommission auch die jüngsten Ausnahmen analysieren. Als die USA ihre Maßnahmen zum Schutz der heimischen Stahlindustrie ankündigte, hatte die Kommission geschätzt, dass dies Stahlexporte der EU im Wert von rund zwei Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro) betreffen würde.

Handelskommissar Pascal Lamy rief die USA am Freitag erneut auf, die restlichen Handelshemmnisse umgehend zurückzuziehen. Die WTO - Entscheidung über die EU-Klage wird für März 2003 erwartet. "Ich bin zuversichtlich, dass die USA diesen Fall verlieren werden, so wie sie alle vorangegangenen sechs Schutzzoll-Fälle verloren haben und ich hoffe, dass sie diese Quälerei nicht verlängern, indem sie Widerspruch einlegen", sagte

Die USA hatten am Donnerstag 178 weitere Stahlprodukte von ihren umstrittenen Handelssanktionen ausgenommen. Damit stieg die Zahl der Waren, die nicht mit Strafzöllen von 30 Prozent belegt werden, auf 727. Deutsche Stahlproduzenten kritisierten die ihnen zugeteilten Mengen als zu gering. Die Zölle waren im März zum Schutz der kränkelnden US-Stahlindustrie verhängt worden. Die EU hat im Gegenzug mit Strafzöllen im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar gedroht.

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