Wunde Füße
Entwicklungshelfer in Deutschland angekommen

Die beiden im Südsudan verschleppten deutschen Entwicklungshelfer sind wieder zurück in Deutschland. Sie trafen am Dienstag auf dem Frankfurter Flughafen ein.

ddp FRANKFURT/MAIN. Der 31-jährige Ekkehard Forberg und sein 30 Jahre alter Kollege Steffen Horstmeier von der internationalen Entwicklungshilfe-Organisation "World Vision" sagten nach ihrer Ankunft, sie seien "überglücklich", wieder zu Hause zu sein.

Die Folgen der mehrtägigen Gefangenschaft waren beiden noch anzusehen: Horstmeier lief auf wunden Füßen, Forberg saß wegen offener Wunden an den Füßen sogar im Rollstuhl. Die Entwicklungshelfer waren bei ihrer Ankunft von ihren Familien in Empfang genommen worden. Das Auswärtige Amt machte nur vage Angaben zu den Hintergründen der Geiselnahme.

Die "World Vision"-Mitarbeiter hatten nach der Verschleppung durch sudanesische Rebellen lange Märsche barfuß durch die Savanne zurücklegen müssen. Horstmeier befand sich drei, Forberg fünf Tage in der Hand der Rebellen. Trotz der äußeren Umstände sei die Situation "nicht lebensbedrohlich" gewesen, sagte Forberg, der den Anführer der Rebellen als "Psychopathen" einstufte.

Nur vage Angaben über Hintergründe der Geiselnahme

Zum Motiv der Entführer machte Wolfgang Trautwein vom Auswärtigen Amt nur vage Angaben. "Es ist den Rebellen wohl um einen Gefangenenaustausch gegangen", sagte der Leiter des Krisenstabs Südsudan. Nach Angaben Trautweins sei auch kein Lösegeld an die Entführer gezahlt worden. Die Eltern Horstmeiers bedankten sich für das "absolut vorbildliche Verhalten" der deutschen Behörden während der Verschleppung. Über die Entwicklung der Verhandlungen zur Befreiung seien sie jederzeit informiert gewesen, sagte der Vater Horstmeiers.

Betroffen zeigten sich die beiden Heimkehrer über den Tod eines kenianischen Kollegen während des Überfalls auf ihr Camp am 29. Juli. Die Freude über die Befreiung sei dadurch getrübt, sagte Forberg. Er fügte hinzu, es sei "Ironie des Schicksals", dass sie vor Ort in einem Projekt zur Konfliktbearbeitung beschäftigt waren. Horstmeier will in zwei Wochen nach Nairobi reisen, um seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Seit über zwanzig Jahren tobt ein Bürgerkrieg

Die Mitarbeiter der Entwicklungsorganisation "World Vision" waren am 29. Juli im Südsudan in die Gewalt der Rebellengruppe SSLM (South Sudan Liberation Movement) geraten. Im Sudan tobt seit über zwanzig Jahren ein Bürgerkrieg. Es geht vor allem um die Öl- und Gasvorkommen im Süden des Landes.

Die nichtstaatliche Organisation "World Vision" versorgt die Bevölkerung im Sudan seit vielen Jahren mit Lebensmitteln und Medikamenten. Weltweit sind nach Angaben der Organisation 14 000 Mitarbeiter im Einsatz, in der deutschen Zentrale in Friedrichsdorf im hessischen Hochtaunuskreis arbeiten 65 Helfer.

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