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Wurst mit Rindfleisch wurde falsch etikettiert

In vier bayerischen Supermärkten ist falsch etikettierte Wurst mit Rindfleisch gefunden worden. Wie das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch in München bestätigte, wiesen Kontrolleure Rindfleisch in vier von fünf Würsten nach, die als nicht rindfleischhaltig gekennzeichnet worden waren.

Reuters MÜNCHEN. Die Proben stammten aus Supermärkten in Augsburg sowie den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck. In Augsburg gingen die Behörden nach Angaben eines Sprechers des Marktamtes bereits in der vergangenen Woche Hinweisen von Verbrauchern auf Würste nach, die umetikettiert und damit als als angeblich rindfleischfrei gekennzeichnet wurden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich bei den jetzt beanstandeten Produkten um "Delikatess Wiener" mit Haltbarkeitsfristen zwischen dem 27. und 29. Dezember 2000 und um "Käsewürstchen" des Herstellers Höll aus Illingen/Saar mit dem Haltbarkeitsdatum 5. Januar 2001. Bei diesen Waren sei bei der Inhaltangabe das Wort Rindfleisch nachträglich durchgestrichen worden.

Informationen zu BSE im Internet

Die betroffenen Chargen der "Delikatess-Wiener" seien inzwischen aus den Verkaufsregalen entfernt worden, sagte der Ministeriumssprecher. Nach derzeitigem Kenntnisstand stammten die Würste von einem Hersteller aus dem Landkreis Augsburg. Es sei noch unklar, ob die Wurstwaren bewusst falsch etikettiert worden seien, fügte er hinzu. Gesundheitsministerin Barbara Stamm (CSU) ordnete verstärkte Kontrollen an. Die Lebensmittelüberwachung wurde angewiesen, vermehrt Wurstproben zu entnehmen und zu untersuchen.

Das bayerische Gesundheitsministerium erklärte weiter, es habe nach ersten Hinweisen auf falsch etikettierte Wurstwaren am Freitag die Lebensmittelüberwachung informiert. Die Behörden seien gebeten worden, die betroffenen Wurstwaren noch am Samstag aus den Märkten zu entfernen. Einzelne Ergebnisse der Proben müssten aber noch überprüft werden, da bei dem angewandten Schnelltest auch andere Bestandteile wie zum Beispiel Käse positive Ergebnisse liefern könnten. Dazu sagte Hans Höll, Geschäftsführer der Fleischerei Höll in Illingen, sein Betrieb habe die Würstchenproduktion bereits Anfang Dezember vollständig auf Schweinefleisch umgestellt. Auch er gehe davon aus, dass die positive Probe auf Rinderprotein möglicherweise auf den Käseanteil der Würstchen zurückzuführen ist. Ein Sprecher der Augsburger Polizei dementierte Zeitungsberichte, wonach sie in dem Fall ermittle. "Für uns besteht derzeit kein Handlungsbedarf", sagte er.

Rindfleischhaltige Wurstwaren sind im Zuge der BSE-Krise in Verruf geraten. Das Bundesgesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche eine Rückrufaktion für Wurst gestartet, in der sogenanntes Risikomaterial wie Wirbelsäulenfleisch von Rindern, Schafen oder Ziegen verarbeitet wurde. Bislang gibt es fünf bestätigte Fälle der Rinderseuche BSE in Deutschland.

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