Wut und Trauer
Bush bedauert zivile Opfer in Afghanistan

US-Präsident George W. Bush hat sein tiefes Bedauern über zivile Opfer durch US-Beschuss in Afghanistan ausgedrückt. Die afghanische Regierung protestierte gegen die Tötung von Zivilisten durch die US-Streitkräfte bei der Suche nach Moslem-Extremisten.

Reuters WASHINGTON/KABUL. "Der Präsident ist besorgt über Berichte aus Afghanistan, wonach bei den gemeinsamen US-afghanischen Militäroperationen in der Provinz Urusgan Unschuldige ums Leben gekommen sind", teilte der Sprecher des US-Präsidialamtes, Ari Fleischer, mit. Der afghanische Außenminister Abdullah Abdullah sagte, die Suche nach Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar und dem Moslem- Extremisten Osama bin Laden könne nicht den Tod von Zivilisten rechtfertigen. Afghanische Behörden und US-Streitkräfte begannen mit der Untersuchung von Angriffen durch US-Kampfflugzeuge, bei denen am Montag nach afghanischen Angaben rund 40 Menschen getötet wurden, darunter eine Hochzeitsgesellschaft.

"Wir wissen noch nicht genau, was geschehen ist, wir arbeiten aber sehr hart daran, das herauszufinden", teilte Fleischer mit. "Im Namen des amerikanischen Volkes drückt der Präsident sein tiefes Mitgefühl für den Verlust unschuldigen Lebens aus, unabhängig von der Ursache."

Satellitengesteuerte Bombe fehlgeleitet

Nach Angaben von Peter Pace vom gemeinsamen Stab des US-Militärs deuten erste Hinweise darauf, dass die Hochzeitsgesellschaft mit einem Geschütz von einem US-Kampfflugzeug vom Typ AC-130 beschossen wurde. Die Flugzeugbesatzung habe gedacht, sie werde mit vom Boden aus mit Flugabwehrgeschützen beschossen. In einer zweiten Operation in der Region hätten B-52-Bomber sieben Bomben auf eine Höhle und eine Tunnelkomplex abgeworfen. Eine der satellitengesteuerten Bomben sei fehlgeleitet worden und habe einen unbewohnten Hügel getroffen.

Abdullah verlangte Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung. Dies bedeute nicht den Rückzug aus dem Kampf gegen den Terrorismus. Es bestehe jedoch Erklärungsbedarf für die Operationen der USA.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul feuerten Gäste einer Hochzeit nahe dem Dorf Deh Rawud, wie traditionell üblich, Freudenschüsse in die Luft. Daraufhin seien sie irrtümlich bombardiert worden. Ein Sprecher der Provinzregierung Urusgans sagte, die US-Streitkräfte hätten am Montag auch andere Regionen der Provinz bombardiert. Nach afghanischen Angaben durchkämmen afghanische und US-Truppen Urusgan derzeit auf der Suche nach Mullah Omar. Omar stammt aus einem Ort nahe Deh Rawud. "Wir bitten die Amerikaner um mehr Vorsicht bei ihren Angriffen", sagte der Sprecher des Provinz-Gouverneurs. Nach seinen Angaben wurden vor etwa drei Monaten in der selben Region 30 Menschen durch US-Luftangriffe getötet.

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