WWF-Bericht
Lebensstandard könnte deutlich sinken

Wenn die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Welt weiter geht wie bisher, droht nach Einschätzung der Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF bereits Mitte des Jahrhunderts ein dramatischer Rückgang des Lebensstandards weltweit.

Reuters GENF. Der WWF macht in seinem von Direktor Claude Martin am Dienstag in Genf vorgestellten Bericht "Living Planet Report 2002" vor allem das Verhalten der Industrieländer für die beanstandete Ressourcen-Verschwendung und Übernutzung verantwortlich. Wenn sich das Verhalten im Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Wälder und Energievorräten nicht ändere, könnten binnen nur 150 Jahren diese Grundlagen des Lebens auf der Welt erschöpft sein. Gleichzeitig sei ein unerträglicher Anstieg der Erderwärmung zu befürchten, warnt die Umwelt-Organisation.

Wenn es beim gegenwärtigen Verbrauch der natürlichen Grundlagen auf der Erde und einem ungebremsten Anstieg der Weltbevölkerung bleibe, wären bereits im Jahr 2050 zwei Welten nötig, um die Ressourcen-Anforderungen der dann lebenden Weltbevölkerung zu befriedigen, erläuterte Martin.

Der Bericht des WWF wurde wenige Wochen vor der Welt-Konferenz über nachhaltige Entwicklung veröffentlicht, die vom 26. August bis 2. September im südafrikanischen Johannesburg stattfindet. Dort sollen die Fragen weiter diskutiert werden, die bereits auf dem Erdgipfel von Rio de Janeiro vor zehn Jahren auf die Tagesordnung kamen, mit dem Ziel, die Welt vor einer Umwelt-Katastrophe und deren sozialen Folgen zu bewahren.

Nach Schätzung der WWF-Experten stehen auf der Welt rund 11,4 Milliarden Hektar nutzbarer Fläche und nutzbarer Gewässer zur Verfügung, wobei auf jeden der rund sechs Milliarden Menschen 1,9 Hektar entfallen. Der US-Bürger kann statistisch auf 5,7 Hektar Land und Wasser zum Selbsterhalt verfügen, faktisch aber konsumiere jeder US-Amerikaner heute die Produkte von 9,7 Hektar Fläche oder Gewässer. Im Vergleich dazu wird Afrika angeführt, wo statistisch 1,36 Hektar von tatsächlich vorhandenen 1,55 Hektar pro Einwohner genutzt würden.

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