Wyser-Pratte beantragt Verschiebung der Hauptversammlung
Babcock-Aktie setzt Talfahrt fort

Die Verunsicherung der Anleger über die Entscheidung des Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig, seinen Anteil an der Werft HDW zu halbieren, hat sich am Donnerstag wieder verstärkt.

dpa FRANKFURT/OBERHAUSEN. Die Aktie setzte ihre seit Tagen andauernde Talfahrt fort. Bis zum Nachmittag sank der im Börsensegment MDax notierte Titel um über 12,90 % auf 6,40 Euro. Grund sind unter anderem negative Beurteilungen von Banken. Seit Anfang Januar büßte die Aktie damit fast die Hälfte ihres Wertes ein.

Am Markt herrsche allgemein Enttäuschung, dass es Babcock Borsig nicht gelungen sei, die Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW) entsprechend den ursprünglichen Plänen vollständig zu übernehmen, sagte ein Händler. Der Verlust der Aktienmehrheit durch den Verkauf von 25 % der HDW-Anteile werde von den Marktteilnehmern negativ bewertet.

Die Aktie hatte am Vormittag ihr vorläufiges Tagestief bei 6,02 Euro - ein Minus von rund 18 %. Anschließend habe sich der Titel leicht erholt, als bekannt geworden sei, dass der US-Investor Guy Wyser-Pratte seinen Anteil an Babcock Borsig von 5,01 auf 5,67 % aufgestockt habe.

Wyser-Pratte beantragte unterdessen die Verschiebung der für kommenden Dienstag geplanten Hauptversammlung. Babcock Borsig bestätigte den Eingang des Antrags. Ein Schriftsatz der Anwälte von Wyser-Pratte werde derzeit unter anderem von der Rechtsabteilung geprüft, erklärte Babcock Borsig-Sprecher Hans-Joachim Wieckmann am Donnerstag.

Über die konkreten Aussichten des Antrags wollte sich Wieckmann nicht äußern. Unter anderem hätten die Anwälte angeführt, dass eine Hauptversammlung über den Verkauf der Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW) hätte beschließen müssen. "Sollte unsere Prüfung darauf hinauslaufen, dass dies als einziger Grund für eine Verschiebung der Hauptversammlung anzusehen ist, dann wird der Antrag abgelehnt, denn der Verkauf braucht nicht die Zustimmung der Aktionäre", sagte Wieckmann.

Wyser-Pratte habe zudem moniert, dass Babcock-Konzernchef Klaus Lederer künftig nur noch als Chef der Kieler Howaldtswerke Deutsche Werft AG fungiere. Auch die Besetzung des Aufsichtsrats spiegele nach Ansicht des Investors nicht die Eigentümer-Struktur wider. Babcock will bis Freitag über den Antrag entscheiden.

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