Xerox und Heidelberger Druck stellen in Chicago die nächste Generation digitaler Farbdrucksysteme vor
Maschine druckt individuelle Kataloge

Die Hersteller von digitalen Drucksystemen dringen bei der Produktion von Broschüren und Katalogen in neue Dimensionen vor. Firmen können ihre Kunden bald mit Werbeaussendungen individuell informieren.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Individualität ist Trumpf - vor allem im Marketing. Nachdem die Firmen über das Internet eine Vielzahl von Daten gesammelt haben, die eine persönliche Ansprache der Kunde ermöglichen, stellen ihnen die Hersteller von digitalen Druckmaschinen nun die notwendige Technik zur Verfügung. Anfang September präsentieren Xerox und Nexpress, ein Joint Venture von Heidelberger Druck und Eastman Kodak, auf der Print in Chicago ihre neuen digitalen Farbdruckmaschinen, mit denen Unternehmen personalisierte Werbung herstellen können.

Marketingfachleute raten den Firmen schon lange, sie sollten ihre Kunden möglichst individuell ansprechen. "Solche speziell auf den Kunden zugeschnittenen Informationen, die als Direkt-Mail versandt werden, erzielen hohe Antwortraten von bis zu 23 Prozent", sagt Frank Romano, Professor am Rochester Institut für Technologie. Dagegen seien bei Massenaussendung lediglich 1 bis 2 % Rückläufe zu erwarten.

Bislang war es aber zu teuer, solche individuellen Werbungen zu erstellen, da für jeden Kunden eine einzelne Broschüre hergestellt werden musste. Bei den neuen Drucksystemen wurde die Datenverarbeitung nun so optimiert, dass während des Druckens die Informationen variiert und individuell zusammengestellt werden können. Der amerikanische Technologieberater CAP Venture aus Norwell schätzt, dass der Umsatz mit hochwertigen Farbdrucksystemen - dem Verkauf von Maschinen einschließlich Service - von rund 1,3 Mrd. $ im vergangenen Jahr auf 4 Mrd. $ in 2005 steigen wird.

Mit neuer Technik sollen Kunden zurückkehren

Xerox und Heidelberger Druck arbeiten schon seit längerem an Lösungen für einen variablen Druck. So hatte Xerox seine Vision von der Futurecolor, einem digitalen Farbdrucksystem der nächsten Generation, bereits vor einem Jahr auf der Fachmesse Drupa in Düsseldorf vorgestellt. Nach einer Entwicklungszeit von gut einem Jahr soll die Technik nun auf den Markt kommen. Dabei handelt es sich um einen gigantischen Farbdrucker, der 100 Farbseiten pro Minute herstellen kann. Analysten erwarten, dass eine solche High-Tech-Maschine rund 500 000 $ kosten wird und damit dreimal so viel kostet wie die zurzeit teuerste digitale Druckmaschine von Xerox, der Farblaserdrucker Docucolor. Xerox hat rund 1 Mrd. $ in den Bau der Maschine investiert - die höchsten Entwicklungs-Aufwendungen in den letzten zehn Jahren.

Das Unternehmen hofft, mit der neuen Technik die Verkaufsrückgänge und Verluste von Marktanteilen stoppen und neue Kunden gewinnen zu können. Das aber wird nicht leicht, denn die Konkurrenz steht ebenfalls in den Startlöchern. Ebenfalls in Chicago wird das Joint Venture von Heidelberger Druck seine Nexpress 2100 vorstellen. Diese Maschine ist zwar nicht ganz so leistungsstark - sie druckt nur 70 Seiten pro Minute -, zielt aber auf den gleichen Markt. Die neuen Maschinen sind keine Kopierer, sondern große digitale Druckmaschinen.

Während Xerox technische Details ihrer Futurecolor-Maschine erst auf der Messe in Chicago preisgeben will, nutzt Nexpress die Gelegenheit zu einem Seitenhieb auf den Wettbewerber. "Wir werden keine überdimensionale Kopiermaschine, sondern eine robuste Druckmaschine zeigen", sagt Nexpress-Chef Wolfgang Pfizenmaier. Dabei gehe es dem Unternehmen vor allen darum, eine hohe Verfügbarkeit der Systeme zu garantieren.

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