Xetra-Unterbrechung bleibt ohne Auswirkungen
Kauflaune für Dax-Titel ungebrochen

Die unverändert gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt hat sich auch zum Wochenauftakt fortgesetzt. Händler erklärten die sehr feste Tendenz mit ungebrochener Kauflaune der Investoren an einem ansonsten eher ruhigen Handelstag.

FRANKFURT/M. Für eine zusätzliche Zwangspause hatten am frühen Nachmittag technische Schwierigkeiten beim elektronischen Handelssystem Xetra gesorgt - für knapp zwei Stunden war der Aktienhandel lediglich über das Frankfurter Parkett und an den Regionalbörsen von Hamburg bis München möglich. "Ärgerlich war das natürlich schon. Das wenige, was wir zu dieser Zeit zu tun hatten, konnten wir jedoch auch über das Parkett abwickeln", äußerte sich ein Händler einer Frankfurter Großbank. "Das war eine kleine Extra-Pause. Allerdings ist in diesen Stunden nichts außergewöhnliches passiert", kommentierte Michael Foeller von Concord Effekten.

Nachdem wieder über Xetra gehandelt werden konnte, sei es daher auch zu keinen größeren Überraschungen gekommen. Bis zum Schluss baute der Deutsche Aktienindex (Dax) seine Gewinne bis auf 5 177 Zähler aus (+ 2,2 %). Das Tageshoch hatte bei 5193,66 gelegen.

Händlern zufolge investierten vor allem die Anleger, die den Kursanstieg in den vergangenen Wochen verpasst hätten. Ein Marktteilnehmer vermutete hinter den steigenden Kursen darüber hinaus Umschichtungen von Rentenpapieren in Aktien.

Michael Foeller beschrieb die Stimmung am Markt als eine Mischung aus Vorsicht und der Bereitschaft, wieder mehr für Aktien zu zahlen. Solange es noch genügend Skeptiker im Markt gebe, seien die Voraussetzungen für weiter steigende Kurse gut. Und solange es keine Anzeichen von Euphorie gebe, sei ein Überkochen nicht zu befürchten, fügte er hinzu. Noch immer hätten die Investoren genügend Liquidität, die sie vor sich her trieben und die ihren Weg in den Markt finden könne. "Viele Marktteilnehmer haben auch Angst, bei einer Rally nicht dabei zu sein. Sie kaufen jetzt nach und treiben die Kurse dadurch weiter hoch", bemerkte Simon Rose von der KBC Bank. Seit den Tiefstständen am 21. September hat der Dax seinen Wert um rund 45 Prozent gesteigert.

Zu den größten Gewinnern gehörte nachrichtenlos die Aktie von Daimler-Chrysler (+ 5,7). Auch Metro (+ 3,5 %) und Degussa (+ 4 %) reihten sich in die Riege der bevorzugten Dax-Werte ein. Bei Lufthansa begründeten Händler das Kursplus mit dem niedrigen Ölpreis. Außerdem hatten die Analysten von Schroeder Salomon das Kursziel für die Kranich-Aktien auf 19 Euro erhöht. Einige Marktteilnehmer hatten im Tagesverlauf auch darüber spekuliert, dass sich die Fluggesellschaft mit der Gewerkschaft ver.di über einen Lohnverzicht des Boden- und Kabinenpersonals geeinigt habe. Eine Lufthansa-Sprecherin dementierte dies jedoch. Am Wochenende waren die Verhandlungen mit der Gewerkschaft ergebnislos abgebrochen worden.

Die gute Stimmung am Markt spiegelte sich Händlern zufolge deutlich in den Kursgewinnen von Siemens wider, die trotz eines Milliarden-Verlustes der US-Tochter im Geschäftsjahr 2001/2002 weiterhin zulegten. "Hier werden die schlechten Nachrichten positiv gewertet", erklärte ein Händler. Alles Schlechte gehöre in dieses Jahr und man gehe davon aus, dass es im kommenden Jahr besser werde.

Auf der Verliererseite standen neben Infineon und MAN auch die Anteilsscheine der Deutschen Post, die ihren einjährigen Geburtstag auf dem Börsenparkett feierte. Händler brachten die Abschläge der "Aktie Gelb" mit Äußerungen des Post-Vorstandschefs Klaus Zumwinkel in Verbindung, der wegen der weltweiten Rezession und den Terroranschlägen für das Geschäftsjahr 2002 negative Auswirkungen befürchtet.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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