Xinhua: USA tut Flugzeug-Kollision „sehr leid“
US-Crew darf China verlassen

Die US-Regierung hat sich nun doch für die Notlandung des Spionageflugzeug auf der südchinesischen Insel Hainan entschuldigt.

dpa PEKING. Die vierundzwanzig Besatzungsmitglieder des amerikanischen Spionageflugzeugs können China verlassen. Zuvor hatten die USA am Mittwoch in einem Brief erklärt, dass ihnen der Luftzwischenfall "sehr leid tut". Nach Angaben des Außenministeriums in Peking können die Amerikaner, die seit dem 1. April auf der Insel Hainan festgehalten werden, "sehr bald" heim.

Ein amerikanisches Flugzeug steht auf dem Luftwaffenstützpunkt auf Guam im Pazifik bereit, um die Besatzung zunächst nach Hawaii zu bringen. Das Weiße Haus in Washington bestätigte die Vereinbarung über die Freilassung, ohne sich zu den Details zu äußern.

Freilassung "aus humanitären Überlegungen"

Außenminister Tang Jiaxuan sagte, auch wenn der Fall für China mit dem Brief noch nicht abgeschlossen sei, erlaube die chinesische Regierung, dass die Besatzung "aus humanitären Überlegungen" die Volksrepublik verlassen dürfe. Vorher müssten aber noch notwendige Formalien abgeschlossen werden.

Brief: Zwischenfallm tut US-Regierung "sehr leid"



Der US-Botschafter Joseph Prueher hatte zuvor im Außenministerium in Peking den Brief übergeben. Darin heißt es nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua, US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell tue der Zwischenfall "sehr leid". Beide bedauerten sehr, dass der chinesische Kampfflieger nach der Kollision mit dem amerikanischen Spionageflugzeug abgestürzt sei.

Auch äußerten sie ihr aufrichtiges Bedauern über den Verlust des Piloten und des Flugzeugs. "Bitte übermitteln sie dem chinesischen Volk und der Familie des Piloten Wang Wei, dass uns ihr Verlust sehr leid tut", heißt es darin laut Xinhua.

Ähnlich äußerten die USA in dem Brief ihr Bedauern, dass das beschädigte amerikanische Aufklärungflugzeug nach der Kollision ohne Erlaubnis in den chinesischen Luftraum eingedrungen und auf Hainan notgelandet sei.

USA soll Aufklärungsaktivitäten einstellen

Außenminister Tang Jiaxuan forderte, dass die USA ihre "Aufklärungsaktivitäten über der chinesischen Küste einstellen und Schritte unternehmen müssen, damit sich solche Zwischenfälle nicht wiederholen". Die USA trügen die volle Verantwortung für den Zwischenfall und müssten dem chinesischen Volk "überzeugende Erklärungen" geben, sagte der Minister.

Der Fall sei für China noch nicht abgeschlossen. Beide Seiten setzten ihre Verhandlungen in der Frage und andere betreffenden Themen fort, sagte der Minister. Die USA müssten die Ernsthaftigkeit des Zwischenfalls erkennen.

Tang Jiaxuan unterstrich, dass China den Beziehungen zu den USA Bedeutung beimesse. Ohne auf andere strittige Punkte wie etwa die geplanten amerikanischen Waffenlieferungen an Taiwan einzugehen, sagte der Außenminister weiter, die USA sollten alles unterlassen, was die Beziehungen schädigen könnten.

Die USA sollten eine konstruktive Haltung einnehmen und mit der chinesischen Seite zusammenarbeiten, um die Beziehungen "auf den Pfad einer normalen Entwicklung zu bringen", sagte der Minister.

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