Xonio-Schätzung
Mobilfunkmarkt langsamer gewachsen als angegeben

Reuters HANNOVER. Der deutsche Mobilfunkmarkt ist im Jahr 2000 einer Schätzung des Mobilfunk-Einkaufsberaters Xonio.com zufolge deutlich langsamer gewachsen als in den offiziellen Statistiken angegeben. Die Zahl der "echten" Mobilfunkkunden habe bei 42 Mill. gelegen, sagte Mobilfunk-Marktforscher und Xonio-Geschäftsführer Mathias Plica am Dienstag vor Beginn der Technologiemesse CeBIT in Hannover. Die Betreiber sprächen dagegen stets von 48,2 Mill. aktivierten Telefonkarten. Vielen Karten stünden aber keine Kunden gegenüber. Für das angelaufene Jahr rechnet Xonio mit einem anhaltenden Wachstum. Bei Endgeräten erwartet Plica ebenfalls eine starke Expansion. Mobile Datendienste wie UMTS würden sich voraussichtlich durchsetzen, jedoch langsamer als zunächst prognostiziert.

Auf Grundlage der Xonio-Schätzung telefonierten im vergangenen Jahr 52 % der Deutschen mobil, sagte Plica weiter. Auf Grund der sehr günstigen "Prepaid-Angebote" hätten viele Verbraucher die Handys als Wegwerf-Produkte betrachtet. Händler wiederum hätten auf Grund der hohen Subventionierung der technisch hochwertigen Telefone die Geräte ins Ausland verkauft und die Telefonkarten verschenkt. Plica zufolge habe das Prepaid-Geschäft im vergangenen Jahr rund 75 % des Nettozuwachses ausgemacht. Bei "Prepaid-Handys" wird dem Mobiltelefon eine Telefonkarte beigelegt, deren Betrag dann abtelefoniert werden kann. Der Kunde muss keinen Vertrag mit dem Anbieter abschließen.

Durch die Umwandlung von "Karten-Leichen" in echte Kunden ist das Wachstumspotenzial für 2001 nach Aussagen von Plica größer als bisher angenommen. Die Zahl der aktivierten Mobilfunkkarten werde voraussichtlich zwar nur um 18 % wachsen, die Zahl der "echten" Kunden hingegen um 35 %. Langfristig rechnet Marktforscher Plica mit 65 bis 68 Mill. echten Mobilfunknutzern in Deutschland. Dies bedeute eine Marktdurchdringung von etwa 80 %.

"Es gibt keine Sättigung im Mobilfunkmarkt", betonte Plica mit Blick auf die Endgeräte, da das Ersatzgeschäft in Zukunft immer stärker an Bedeutung gewinnen werde. Bereits heute verlangten viele Verbraucher nach weniger als zwei Jahren ein neues Mobiltelefon. Diese Entwicklung werde durch technische Neuerungen noch beschleunigt.

Für die mobile Datenübertragung und insbesondere für den Mobilfunkstandard UMTS ist Plica optimistisch. Zwar werde die Entwicklung langsamer als zunächst erwartet verlaufen, dafür würden sich die Anbieter zunächst aber auf umsatzstarke Gruppen wie Geschäftskunden konzentrieren. Außerdem biete die Technik zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und große Chancen, vor allem für die großen und kapitalkräftigen Unternehmen der Branche.

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